Eierlikör Low Carb

von 24. Dez 2016Getränke, Special Events4 Kommentare

Eierlikör Low Carb, verringerte Drehzahl aber trotzdem gefährlich!

Eierlikör gehört zu Ostern, zu Weihnachten und für manche Leute zu jedem Kaffee. Was ich ziemlich übertrieben finde und eigentlich auch ziemlich bedenklich. Also den letzten Punkt. Weihnachten und Ostern ist das in Ordnung. Aber woher kommt das Zeug eigentlich?

Die jüngere Geschichte ist fast zu einfach um wahr zu sein. Der Darstellung des deutschen (und ich glaub auch europäischen) Marktführers nach, der recht bekannten Firma Verpoorten, hat der ursprüngliche Gründer, nämlich der Antwerpener Eugen Verpoorten, den Eierlikör quasi erfunden. Die Grundlage zu seiner Idee ist aber viel älter und hat auch viel mehr Jazz!

Avocado-Pop aus Brasilien

Der (nicht alkoholische) Vorfahre des Eierlikörs ist ein „Erfrischungs“-Getränk namens Abacate auf Avocadobasis, das wohl die Amazonas-Ureinwohner hergestellt haben. Natürlich haben die friedliebenden europäischen „Entdecker“ die Rezeptur mit nach Europa gebracht und auf Ihrem Weg durch Süd- und Mittelamerika auch nur Pflanzen fotografiert und Selfies mit Indios gemalt – Gewalt gab’s da keine. Pffft.

Die Niederländer haben dann unter Zugabe von Rum und Rohrzucker aus dem Abacate einen Likör namens Advocaat gemacht. Leider hat der Destillierer Eugen Verpoorten dann um die 1870er Jahre im Aldi in Antwerpen grade mal wieder keine Avocados bekommen und sich stattdessen an einer Alternative mit Eidotter versucht. Hat geklappt.

Eine anderer und wohl unabhängiger Vorläufer war wohl der mexikanische Rompope (sehr feiner Name!), der aus Milch, Eiern, Vanille und Rum hergestellt wurde. Der wiederum wohl aus Spanien stammt. Ich persönlich verfolge die These, dass aus dem Rompope dann der Eggnog entstanden ist.

Aber, Vodka?

Ja, Vodka. Den nehmen wir für die Drehzahl. Vodka hat zwar immer noch die selben Eigenschaften wie jede Art Alkohol (bremst die Fettverbrennung), rein technisch ist er tatsächlich Low Carb, so wie Whiskey, Rum und die meisten klaren oder braunen Sprituosen. Aber Vodka bringt auch wenig Eigengeschmack mit, was uns da grade ziemlich gut passt. Ich hab allerdings einen Fehler gemacht: ich hab einen „Geschmackstest“ mit unserem Vodka durchgeführt – Flasche angesetzt und einen Schluck genommen.

Um zu verstehen warum das eine blöde Idee ist, muss man zwei Dinge über mich wissen:

  • Wenn ich Flüssigkeiten zu mir nehme, dann passiert das in großen Portionen. 1.5 Liter Wasser sind weg, wenn ich die Flasche 4-5x angesetzt hab. Eine Kaffeetasse besteht aus 2-3 Schlucken, wenn der Kaffee heiß ist. Wenn er lauwarm ist, dann ist es ein einziger Schluck. Das gleiche gilt für alle anderen Getränke.
  • Ich trinke (mittlerweile) nahezu nie Alkohol – kein Bier, keinen Wein, keine anderen Alkoholika – vor Low Carb seit Jahren sehr wenig und seit Low Carb noch viel weniger. 1-2x im Jahr ein Glas Sekt, etwa genau so oft andere Dinge. Betrunken war ich buchstäblich seit mindestens 5 Jahren nicht mehr, schätze ich.

Wenn man also quasi meine logischerweise äußerst niedrige Toleranzschwelle für Alkohol mit meiner Gewohnheit Flüssigkeiten in sehr großen Schlucken zu konsumieren betrachtet, dann kann man sich das Dilemma denken. Es hat etwa 30 Sekunde gedauert bis ich gespürt habe, dass das eine blöde Idee war und direkt im Anschluss haben wir das Video gedreht. Alter Verwalter, das war nicht einfach!

Und, der Disclaimer

Bevor jemand nachfragen muss: ja, das war auch mal deutlich anders – Sturm- und Drangzeit als Teenager und in den frühen 20ern. Und nein, ich hab nie ein Problem mit Alkohol (und auch nicht ohne) gehabt, ich hab nur einfach den Geschmack dran verloren – das ist alles.

Kurz und gut, der Eierlikör ist recht flüssig geworden – ein bisschen mehr Bindemittel täte gut, aber uns stört es nicht. Wer es noch cremiger mag, der muss halt etwas mehr Johannisbrotkern- oder Guarkernmehl (ich les da immer Gurkenmehl -.-) als wir verwenden, aber über Geschmack lässt sich ja zum Glück nur schlecht streiten ;)

So, genug geschreibselt – wir gehen jetzt schön Weihnachten Feiern und du auch.

Ich wünsche dir ein paar geruhsame Tage und viel Freude – ist ja alles wieder viel zu schnell vorbei!

Merry Christmas, Feliz Navidad, Frohe Weihnachten an euch alle da draußen – wir lesen uns nochmal vor Silvester!

Vroni und Nico (schreibt)

Songliste [Jazz Time!]: Dave Brubeck – Take Five, Tony Bennet – The Good Life, Tony Bennet – I Got Rhythm,  Cassandra Wilson – Don’t Explain, Carmen McRae – Misty,  Nany Wilson – What A Little Moonlight Can Do, Louis Armstrong/Louis Jordan & His Tympany Five – You Rascal You, Herbie Hancock – Watermelon Man, Lionel Hampton – Jivin‘ With Jarvis, Jelly Roll Morton – Kansas City Stomp, Duke Ellington – Jump for Joy, Original Dixieland Jazz Band – Skeleton Jangle [Musikstil-Switch] Walk off the Earth – Teenage Dirtbag, Royals,  Somebody That I Used To Know, Closer, Cheerleader, Happy (Und im Hintergrund läuft Frauchens Weihnachtsplaylist! Weird!) – Anmerkung von Frauchen: „Bin ja auch grad am Weihnachtsbaum schmücken ;) „

Eierlikör Low Carb

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eierlikör low carb weihnachen salala.de
Kochzeit
15 Minuten
Gesamtzeit
15 Minuten
Portionen
1 Flasche
4 von 5 Bewertungen
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Zutaten

Anleitung

  1. Eigelb und Xylit 8-10 Minuten schön weiß und schaumig aufschlagen. Mit Puderxylit/Puderxucker geht es einfacher.
  2. Vanille nach Geschmack zur Masse geben, wir haben 1,5-2 TL verwendet.
  3. Unter ständigem schlagen (Küchenmaschine oder Handmixer) abwechselnd die Sahne und Milch stückchenweise zugeben und immer schön weiter aufschlagen. Zwischendurch das Bindemittel (Johannisbrotkernmehl oder Guarkernmehl) zugeben. Nochmal so ca. 5 Minuten rühren.
  4. Dann weiterschlagen und den Vodka dazugießen
  5. Den Eierlikör in eine Flasche umfüllen und kaltstellen.
  6. Mit breitem Grinsen in kleinen Gläsern genießen ;)

Nährwerte pro Portion

Kalorien
862 kcal
Kohlenhydrate
9 g (netto)
Ballaststoffe
0 g
Fett
46 g
Eiweiß
12 g
Autor Nico
Rezept: Eierlikör Low Carb von salala.de
Danke für's nachmachen.
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