Krapfen – low carb und glutenfrei

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Krapfen, Pfannekuchen, Berliner – Hauptsache mit Marmelade!

Krapfen heißen die Dinger bei uns in Bayern. Im badischen, wo ich zum Teil aufgewachsen bin, haben wir sie „Berliner“ genannt. Und in Berlin, wo die Berliner herkommen, heißen sie glaube ich „Pfannekuchen“. Es gibt bestimmt noch weitere Ausdrücke für dieses typische Faschings-Fasnachts-Karnevals-Schmalzgebäck.

Es gibt natürlich wie fasst immer einen Haken, wenn man die Krapfen in Low Carb wandeln möchte: Hefeteig! Ja, unser Nemesis – Hefeteig! Es ist nicht zu glauben und es nicht auszuhalten. Hefeteig in Low Carb zuhause selber produzieren ist hammermäßig schwer. Zumindest wenn auch noch glutenfrei sein soll, das ist nämlich meiner Meinung nach die Krux daran.

Vroni, Nico und der Hefeteig

Hefegeschmack in den Teig zu kriegen ist easy – tu Hefe rein. Schwieriger dabei ist etwas ganz anderes: der Hefeteig soll aufgehen und diese typischen Blasen bilden. Und genau das ist aus zwei Gründen extrem schwierig.

Zum einen sind Low Carb Teige aus Nuss- oder Mandelmehlen sehr sehr schwer, weil sie sehr fett/ölhaltig sind. Auch Mandelmehl, das sowieso schon entölt ist, ist im Vergleich zu den meisten Getreidemehlen noch sehr fett. Schwerer Krapfen- oder Hefeteig heißt, dass die armen schwachen Hefebakteriengase nicht genug Druck aufbauen können um richtig Volumen zu bilden.

Der andere Grund ist das „fehlende“ Gluten, also das Kleberprotein, das der moderne Zwergweizen in so großer Menge mitbringt. Gluten hat wirklich tolle mechanische Eigenschaften und lässt sich auch wirklich gut backen. Wenn man aus Weizenmehl die ganze Stärke auswäscht, dann kann man sogar Fleischersatz daraus machen – nennt man dann Seitan. Saumäßig ungesund und saumäßig unnötig; wir versuchen Gluten ja absolut zu meiden, und das auch absolut erfolgreich.

Warum ist fehlendes Gluten denn ein Problem?

Naja, es ist meine persönliche These – Vroni stimmt mir da nicht so ganz zu, aber ICH schreib ja hier *gnihihi*. Ich bin der Meinung, dass Gluten dem Teig, zum Beispiel dem der Krapfen, einen Zusammenhalt gibt, der es ermöglicht, dass sich diese Gasbläschen bilden können, die den Hefeteig ausmachen. Low Carb Teige sind vermutlich deswegen etwas bröckeliger, weil einfach kein Kleberprotein drin ist, das diese glattere Textur ermöglicht – und vermutlich auch diese Bläschen. Da ich nicht backen darf, werde ich das aber vermutlich niemals beweisen können!

Der Weg ist auch ein Ziel

Wir sind der erfolgreichen Krapfenproduktion diesmal relativ nahe gekommen, zusammen mit der Hefeteigproduktion. Brezeln, wir kommen! Wir haben ziemlich viel Backpulver in den Teig getan und unsere Hefe ist auf der Heizung regelrecht explodiert (das was du im Video sehen kannst ist nur Kindergarten, das war vorher viel schlimmer! :D)

Spaß hatten wir auf alle Fälle und Krapfen hatten wir auch und Marmelade war auch… dran. Drin kann man jetzt nicht unbedingt sagen, aber das lag irgendwie doch eher an der fehlenden Bäckerspritze – man lernt ja nie aus 😛 Nächstes Mal wird alles anders ^^.

Faschingswahnsinn und Karnevalverweigerer

Ich halte mich selber ja schon für eher lustig, meistens. Aber Fasching, Fastnacht oder Karneval – die fünfte Jahreszeit ist einfach nicht meins. Ich bin ja, wie oben erwähnt, im badischen aufgewachsen, auch wenn ich in Regensburg geboren bin. Die ersten Jahre nach der Ausreise aus Bayern habe ich in Weil am Rhein verbracht – wer sich dafür interessiert: das ist das deutsche Drittel des Dreiländerecks zwischen Schweiz, Frankreich und Deutschland – quasi Backe an Backe mit Basel.

Dort habe ich jahrelang die schweizer Fasnet „überlebt“. Guggenmusik, Gestalten mit Riesenköpfen aus Pappmaché, Morgenstreiche und unglaublich lange Fastnachtsumzüge. Generell kann ich Guggenmusik tatsächlich noch etwas abgewinnen, das hat irgendwie Swing (manchmal) – aber das war’s dann auch. Nenn‘ mich einen Spielverderber, aber mir ist das echt zu blöd.

Jeder darf das alles natürlich genießen wie er mag und ich gönne auch jedem seinen Spaß – solange ich nicht mitmachen muss. Nichts gegen die mittleren Rheinländer, also die Kölner Ecke und so, aber wenn ich mir die dortigen Karnevalsveranstaltungen anschauen müsste oder – Gott bewahre – beiwohnen müsste, dann [schlimme Worte hier hindenken].

Ich gebe zu, ich bin Verweigerer. Trotzdem geht meine Vroni (die das nahezu genau so sieht) am Donnerstag (für dich: morgen) zum Weiberfasching und ich werde Sie früh um 4 irgendwo mitten in der Stadt suchen gehen 🙂

So, genug Gesabbel.

Hellau,
Nico.

Songlist [DTH-Edition]: Die Toten Hosten – Hier kommt Alex, Tage wie dieser, Alles aus Liebe, Bonnie & Clyde, Pushed again, Wünsch dir was, Paradies, Das ist der Moment, Bayern, Zehn kleine Jägermeister, Freunde, Was mal war, Ballast der Republik, Strom, Altes Fieber, Bis zum bitteren Ende, Wort zum Sonntag, Ich bin die Sehnsucht in dir, Europa

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Faschingskrapfen low carb und glutenfrei

Autor Nico
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Kochzeit 8 Minuten
Gesamtzeit 28 Minuten
Portionen 6 Stück

Zutaten

  • 80 g Kokosmehl *
  • 40 g Leinmehl * *
  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 50 ml Milch lauwarm
  • 2 Würfel Zucker oder 1 Stick, ca 4g
  • 250 g Quark *
  • 1/2 TL Salz *
  • 50 g Erythrit *
  • 50 g Xylit *
  • 1 Prise Stevia
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 2 Eier
  • Kokosöl * * oder Butterschmalz zum frittieren
  • Zuckerfreie Marmelade am Besten selbst gemacht
  • Pudereryxyl zum bestäuben

Anleitung

  1. Hefe und Zucker in die Milch bröseln und an einem warmen Ort gehen lassen, bis die Hefe angefangen hat zu schäumen und damit aktiviert ist.
  2. Alle Zutaten außer Quark und Salz vermischen und gut verkneten.
  3. Dann Salz und Quark zugeben und nochmals gut verkneten.
  4. 1-2 Stunden an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen.
  5. Teig nochmal gut durchkneten.
  6. Nun kannst Du das Fett in einem Topf erhitzen. Es sollte circa 160°C erreichen.
  7. Aus dem Teig 6 Teiglinge formen.
  8. Bei der richtigen Temperatur brauchen die Krapfen so ca. 8-11 Minuten bis sie schön gebräunt sind. Zwischendurch immer mal wieder wenden.
  9. Jetzt nimmst Du die Krapfen raus und legst sie auf ein Küchenkrepp zum Abtropfen.
  10. Mit einer Bäckerspritze oder einem anderen geeignetem Gerät wie einem Spritzbeutel mit großer Lochtülle circa 1-2 TL zuckerfreie Marmelade in die Krapfen spritzen.
  11. Lass die Krapfen ein wenig auskühlen und bestäube sie anschließend mit Pudereryxyl.
  12. FERTIG 😀
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Nico
Hi, mein Name ist Nico und ich bin hier der Koch und der Schreiberling. Das trifft sich ganz gut, weil das nämlich zwei Dinge sind die gern tue und auch ganz gut kann, schreiben und kochen, auch wenn ich bei beidem selten bei der Sache bleiben kann. Vroni und ich haben vor ein paar Jahren zunächst aus gesundheitlichen Gründen beschlossen, dass wir etwas an unserer Ernährung ändern müssen und Low Carb mit ein paar ketogenen Phasen war für uns die logische Wahl. Da wir irgendwann, zunächst zu meinem Leidwesen (aber nicht lange!), auch angefangen haben Kochvideos zu produzieren, muss ich mich jetzt auch regelmäßig kämmen und rasieren, was meine Frau aber dem Anschein nach nicht stört. Wenn meine Texte dich zum schmunzeln bringen, dann hab ich alles richtig gemacht. Wenn nicht: das Rezept ist steht immer unten drunter. Da ich total schlecht im verfassen von biographischen Texten über mich bin, gehe ich jetzt lieber wieder was anderes schreiben. Wenn du Fragen hast, stell sie. Wenn nicht, denk dir welche aus. -Nico

2 KOMMENTARE

  1. Hallo ihr,
    Heute ist Faschingsdienstag und ich hatte mich so auf meinen Krapfen gefreut, aber leider wurde nichts daraus.
    So wie ich meine Krapfen ins heiße fett gab, so zerfielen sie in krapfenbrösel ?
    Hab es nach euerem Video gemacht, war aber bei mir ein riesen Desaster.
    Jetzt landete alles inklusive Fett, das nur aus Bröseln bestand im Müll.
    Was hab ich schon wieder falsch gemacht?

    Gruß Jeannette

    • Hallo Jeannette,
      das ist echt schade :(. Vielleicht ist dein Kokosmehl weniger saugfähig als unseres, oder Deine Eier ein klein wenig kleiner? Falls Du es nochmal probieren möchtest, dann kannst Du erstmal eine kleine Menge Teig in das Fett geben. Sollte es wieder sofort zerfallen, dann gib noch ein wenig Leinmehl mit dazu und taste Dich so an die richtige Konsistenz heran. Leider sind die LC Mehle nicht immer gleich :(.

      Ich drücke Dir die Daumen, dass es beim nächsten Versuch besser klappt und warte gespannt auf einen Bericht.

      LG
      Vroni

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