Pastinakengratin aus Winterfell

Mit diesem an Game of Thrones angelehnten Rezept – erneut aus dem offiziellen Game of Thrones Kochbuch geliehen und angepasst – haben wir eine Beilage aus dem Norden von Westeros gekocht. Natürlich nicht im gedruckten original sondern in Low Carb umgewandelt, auch wenn man sich über Pastinaken jetzt wieder streiten könnte, dazu haben wir aber keine Lust 🙂

Pastinaken kann man ruhig zu Low Carb zählen, wir vertrauen den Nährwertangaben der Uni Hohenheim mit 2g KH (netto) pro 100g gekochtem Pastinak.

Mit diesem Post haben wir den Inhalt der Serie um 100% erhöht, weil jetzt sind es zwei. Statistik ist super! Aber keine Bange, wir haben bereits noch zwei weitere produziert, die in den nächsten Wochen veröffentlichen werden, eines davon besteht sogar gleich aus zwei Rezepten!

Viel zu süß? Oder doch nicht?

Das Game of Thrones Winterfell Pastinakengratin ist sehr süß für eine Beilage. Das hat mich schon beim lesen des Rezeptes irritiert, denn ich bin bei Hauptgerichten kein Süßzahn. Ich mag es eher deftig und auch die Kombination aus Wild mit Preiselbeeren oder Pfirsichen und andere süß-deftig Kompositionen sind normalerweise nicht so mein Geschmack.

Anders war es – für mich sehr überraschend – bei diesem Gericht. Vroni hat sich da durchgesetzt und beschlossen, dass wir das probieren. Als braver Ehemann hab ich stumm genickt und mich darauf eingestellt es zu ertragen. Was aber am Ende überhaupt nicht schwierig war.

Die „Würze“

Angeeckt bin ich schon beim lesen der Würzmischung „Poudre Douche“, zu deutsch „Süßes Pulver“. Ich lass mal das Original hier:

  • 4 1/2 TL Zimt
  • 1 TL Ingwer [Pulver]
  • 1 TL Paradieskörner
  • 1 Prise Muskat
  • 1 Prise Thai-Ingwer
  • 200g Zucker

Das klingt für mich doch total nach Nachspeise, auch wenn ich nicht direkt wusste, was Paradieskörner sein sollen – so wie du vermutlich auch. Damit du nicht auch googlen musst, so wie ich: Paradieskörner sind die Samen eines Ingwergewäches aus dem afrikanischen Raum und schmecken scharf-würzig-herb, ähnlich wie schwarzer Pfeffer. Allerdings weniger intensiv scharf wie Pfeffer. Insofern war die logische Folge für uns, die Paradieskörner durch die halbe Menge schwarzen Pfeffers zu ersetzen um der Originalmischung möglichst nah zu kommen.

Thai-Ingwer ist ein anderer Name für den großen Galgant und damit weder süß noch würzig sondern steht für sich ganz alleine. Wir haben keinen bekommen und ihn aufgrund der geringen Menge einfach weggelassen. Ich weiß nicht ob die Verwendung etwas geändert hätte, bezweifle es aber doch stark.

Geschichtliche Genauigkeit

Nun, wir sind uns ja darüber einig, dass Game of Thrones in einer Fantasywelt ohne exakt vergleichbare Epochen in der realen Welt spielt. Hoffe ich zumindest! Trotzdem habe ich die Tendenz einen zeitgeschichtlichen Bezug herzustellen. Wenn man verschiedene Faktoren mit einbezieht, darunter unter anderem marodierende nomadische Horden aus dem Osten (Dothraki), den Stand der Technologie abseits der Magie und der Drachen etc. dürfte George R. R. Martin sich da in einer Epoche bewegen, die in etwa zwischen 900 und 1200 n. Chr. realer Zeit bewegt.

Paradieskörner

statt Pfeffer. Das passt in die Zeit. Paradieskörner wurden circa seit dem 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung aus Afrika importiert und verwendet. Nennenswerte und auch bezahlbare Mengen indischen Pfeffers wurden dagegen erst nach Vasco da Gamas Entdeckung der Seeroute nach Indien importiert. Vorher war der Landweg angesagt und dem entsprechend aufwändig und teuer.

Thai-Ingwer

klingt unglaubwürdig, weil wenn es keinen indischen Pfeffer, woher sollte dann Ingwer aus Thailand kommen? Beim Thai-Ingwer handelt es sich um den „großen Galgant“ und dieser hatte das gleich Problem wie scharfer Pfeffer: Transport über den Landweg und dazu noch teuer. Da nur eine Prise in der Mischung enthalten ist, könnte man das als selten verwendetes Luxusgewürz hinargumentieren. Ich glaube, dass ein solches Gewürz eher sehr sehr selten in echten Mittelalterküchen verwendet wurde. Die offizielle Version: Galgant wurde seit dem 9. Jahrhundert als teure Heilpflanze verwendet. Gleiches gilt für den „normalen“ Ingwer.

Muskat

ist für mich – aufgrund des hohen Preises – völlig abwegig. Man geht zwar davon aus, dass Muskat bereits im 9.-10. Jahrhundert nach Europa kam, eventuell auch früher. Aber was man heute über den Preis der Muskatnüsse weiß, macht die Verwendung außerhalb von Adelshäusern quasi unmöglich: zwei Muskatnüsse sollen im Mittelalter – vor dem 17. Jahrhundert – etwa den Gegenwert einer ganzen Kuh gehabt haben. Beeindruckend, oder?

Zimt

siedelt sich preislich und in puncto Wahrscheinlichkeit in etwa zwischen Ingwer und Muskat an: teuer, Beschaffung über den Landweg und vermutlich eher seltene Verwendung. 4 1/2 Teelöffel haben das Poudre Douche sicherlich zum teuersten Posten der Würzmischung gemacht, allein aufgrund der Menge. Er konnte entweder aus Ceylon/Sri-Lanka oder China stammen – oder dem, was in der Welt, in der Westeros sowas wie die britischen Inseln repräsentiert (so empfinde ich das), Indien und China entsprechend würde.

Mein Fazit

Diese Gewürzmischung wäre im realen Mittelalter eine echte Kostbarkeit gewesen und außerhalb der erwähnten Adelshäuser quasi nicht bezahlbar. Zwei Faktoren lassen mich aber über diese Unwahrscheinlichkeiten hinwegsehen:

  1. Winterfell ist ein Adelshaus und entspricht dem Herrensitz des Nordens von Westeros. Der Norden ist fast so groß, wie die restlichen Regionen von Westeros zusammen, die sich diesseits der Mauer befinden. Die Könige des Nordens, später die Lords von Winterfell und Abkömmlinge des Stark-Clans, dürften über ein ausreichendes Vermögen verfügt haben um derartige Dinge zu genießen.
  2. Game of Thrones ist Fiktion und damit wäre zu sagen „das ist falsch“ völlig irrsinnig, weil George R. R. Martin hat kein historisches Epos geschrieben sondern Unterhaltungsliteratur.

Insofern seit Herrn Martin der Luxus dieser Gewürzmischung gegönnt und wir verwenden sie ohne schlechtes Gewissen, denn wir leben ja letztendlich nicht im Mittelalter (außer ich, bin jetzt 37 – das ist so „mittelalt“).

liebe Grüße
Nico

Heute keine Songliste, weil ich aus irgendwelchen Gründen ohne Musik geschrieben habe. *verwirrt*

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Mittelalterliches Pastinakengratin - Game of Thrones Rezept Low Carb

Kategorie Auflauf, Beilage
Art / Diät Low Carb
Autor Vroni & Nico
Vorbereitungszeit 5 Minuten
Kochzeit 35 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten
Portionen 3 Portionen
Nährwerte pro Portion
Kalorien 359 kcal
Kohlenhydrate 2 g (netto)
Ballaststoffe 4 g
Fett 30 g
Eiweiß 21 g

Zutaten

  • 300 g Pastinaken
  • 110 g Parmesan *
  • 175 g Mozzarella
  • 60 g Butter * geschmolzen
  • 1,25 TL Xylit *
  • 1,25 TL Erythrit *
  • 1/2 TL Zimt *
  • 1/2 TL Ingwer gemahlen
  • 1 Prise Muskat * gerieben
  • 1 Prise schwarzer Pfeffer

Anleitung

  1. Pastinaken schälen und in gleichmäßige Stücke schneiden (Video!). 15-20min in Salzwasser kochen bis die Stücke weich aber noch nicht matschig sind.
  2. Pastinaken in 3mm dicke Scheiben schneiden.
  3. Mozzarella reiben oder fein schneiden, Parmesan reiben, Gewürze mischen
  4. Eine Auflaufform gut ausbuttern
  5. Jetzt in die Form schichten: etwas Käse, beide Sorten - eine Lage Pastinaken - mit Butter beträufeln - eine Prise Gewürzmischung
  6. Das ganze wiederholen bis alles aufgebraucht ist. Die letzte Schicht muss unbedingt Käse sein!
  7. 15 Minuten bei Ober-/Unterhitze im vorheizten Backofen bei 180°C überbacken
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Nico
Hi, mein Name ist Nico und ich bin hier der Koch und der Schreiberling. Das trifft sich ganz gut, weil das nämlich zwei Dinge sind, die ich gern tue und auch ganz gut kann: schreiben und kochen. Auch wenn ich bei beidem selten bei der Sache bleiben kann. Vroni und ich haben vor ein paar Jahren zunächst aus gesundheitlichen Gründen beschlossen, dass wir etwas an unserer Ernährung ändern müssen und Low Carb mit ein paar ketogenen Phasen war für uns die logische Wahl. Da wir irgendwann, zunächst zu meinem Leidwesen (aber nicht lange!), auch angefangen haben Kochvideos zu produzieren, muss ich mich jetzt auch regelmäßig kämmen und rasieren, was meine Frau aber dem Anschein nach nicht stört. Wenn meine Texte dich zum Schmunzeln bringen, dann hab ich alles richtig gemacht. Wenn nicht: das Rezept ist steht immer unten drunter. Da ich total schlecht im Verfassen von biographischen Texten über mich bin, gehe ich jetzt lieber wieder was anderes schreiben. Wenn du Fragen hast, stell sie. Wenn nicht, denk dir welche aus. -Nico

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