Quarkbällchen – Low Carb und glutenfrei

von | 15. Okt 2016 | Gebäck, Naschen | 3 Kommentare

Quarkbällchen – wieder ein Klassiker?

Wir haben uns früher immer so auf den Herbst gefreut. Nicht nur der tollen Farben und der Kürbisse wegen. Herbstlaub ist natürlich toll und auch in Bayern gibt es irgendwie einen „Indian Summer“, ein ganz klein wenig zumindest. Aber das ist absolut nicht das, was ich grade meine. Nein, ab Herbst gab es beim Bäcker immer Quarkbällchen. Deswegen ab Herbst, weil die im Sommer zu schnell schlecht geworden wären – so wie Mon Cheri ungefähr. Aber mangels Zutrittserlaubnis bei sämtlichen Bäckereien im Bundesgebiet (wir sind ja deren geschworene Todfeinde – glauben die) hatte sich das ja seit ein paar Jahren erledigt. Schade, tatsächlich.

Aber in den letzten Tagen hatte – Vorsicht Wortspiel! – mon cheri wiedermal eine Idee: wir machen die selber. Gut, eigentlich ist die Idee ja meine gewesen, aber dann fällt das Wortspiel aus oder ich bezeichne mich selbst als meinen Schatz. Narzissmus in allen Ehren, aber was zu weit geht, geht zu weit. Egal – Herausforderung angenommen!

Schritt 1 – die Zutaten. Xanthan for president!

Im ersten Augenblick klingt das Recht einfach. Quark süßen, ein bisschen binden und Bällchen formen. Dann frittieren und in Zuckerersatzstoff wälzen. Haben wir gemacht, hat nicht geklappt. Pffft. Wenn man die nämlich nicht richtig bindet, dann frittiert man nach wenigen Sekunden Quarkbrei mit Zimt – was ähnlich schmeckt, aber weniger attraktiv ist. Zitrone drüber und fertig ist der frittierte Kilokick. Ähm. Ja… ne.

Für die richtige Bindung hat bei uns nach kurzem experimentieren dann das Kokosmehl * gesorgt. Xanthan ist ein Polysaccharid, also ein Mehrfachzucker (ja, Zucker!), der durch die Verarbeitung von Monosacchariden (Einfachzuckern) durch Bakterien aus der Gattung Xanthomonas gebildet wird. Das was da entsteht ist ein extrem mächtiges Binde- und Geliermittel. In Flüssigkeit quillt Xanthan auf und verändert so die Viskosität – es dickt an. Die Wirkung ist da ganz ähnlich wie bei gemahlenen Flohsamenschalen, allerdings ziemlich ohne Eigengeschmack und bei deutlich geringerer Menge – da wäre dann sogar egal, dass Xanthan * ein relativ reines Kohlehydrat ist, was aber noch egaler wird, wenn man nochmal nachliest und feststellt, dass es sogar ein fast reiner Ballaststoff ist. Die Dosierung? Wir haben festgestellt, dass 5g für unser Rezept die richtige Menge sind.

Der Rest ist dagegen regelrecht trivial: wie erwartet Quark, Süße, Eier, Mehl. Als geschmacklich gut passend und von den Eigenschaften her auch tauglich hat sich bei uns Kokosmehl * herausgestellt. Für den Geschmack halten bei uns Zimt und Vanille her.

Schritt 2 – die Zubereitung. Hände oder Löffel?

Eigentlich müssen wir nach dem zusammenrühren den Teigbampf nur noch schön rund kriegen. Dabei gab es mal wieder Meinungsverschiedenheiten bei uns. Lief ab wie immer. Ich sag meine Meinung, Vroni sagt mir dass ich falsch liege und ich sag „Ok, Schatzi“ – also auch relativ einfach gelöst. Wir haben uns dann natürlich auf Ihre Methode mit den zwei Teelöffeln zum formen der Bällchen geeinigt. Da ich aber in der glücklichen Position bin, dass mir Texte leichter von der Hand gehen als Ihr, kann ich jetzt mal meine Meinung zum Besten geben: ich will sowas mit den Händen machen. Und wenn der Teig hinterher an den Finger klebt, dann wasche ich mir halt die Pfoten :) Am Ende ist es aber dann doch Geschmackssache ob man Löffelchen oder Handarbeit mag – klappen tut es so oder so.

Ganz zum Schluss hatten wir dann noch einen guten Kompromiss: formen mit den Händen, aber die Hände mit flüssigem Kokosöl bestreichen. Dann zischt nix beim frittieren (wie mit Wasser), aber die Bällchen kleben auch nicht an den Händen. Klappt gut und das Kokosöl pflegt auch noch die Haut :P

Schritt 3 – ab ins Fett

Es heißt ja nicht umsonst „Schmalzgebackenes“ oder so. Die Quarkbällchen müssen relativ kurz bei mittlerer Temperatur frittiert werden. Wir hatten kein Thermometer da, das uns die richtige Temperatur anzeigen konnte – unsere Fleischthermometer haben leider die Segel gestrichen und sind über alle Skalen hinausgeschossen. Was irgendwie logisch ist, weil ein Fleischthermometer das 130°C+ Kerntemperatur messen kann, ist total sinnlos. Ganz ehrlich: Rinderbraten mit 130°C Kerntemperatur ist kein Rinderbraten sondern ein Stück Kuhkohle. Mein Amateurkochbauchgefühl hat mir aber gesagt, dass das Fett so circa 130-140°C hatte, als die Bällchen gut geworden sind. Bei dieser Temperatur haben unsere (vor dem Frittieren) gut kirschgroßen Bällchen 2-3 Minuten im heißen Fett gebraucht, bis sie richtig gut waren. Hinterher sind sie dann auf knappe Golfballgröße angeschwollen.

Aber ich sag ständig „Fett“, was total unspezifisch ist. Man hat ja diverse Möglichkeiten ein Frittierfett auszuwählen – die meisten davon nicht eben toll. Generell soll es ja ein hitzestabiles Fett sein, dann ausserdem möglichst aus gesättigten Fettsäuren bestehen – was die meisten Pflanzenfette ausschließt. Gutes Olivenöl wäre tatsächlich eine Möglichkeit, aber wer will denn bitte Quarkbällchen in OLIVENÖL frittieren? *grusel*

Eine andere Möglichkeit wäre Kokosöl * – was aber ziemlich teuer ist und eigentlich zu schade. Ausserdem werden die Quarkbällchen dann doch SEHR kokoslastig, was ich ja bekanntlich nicht immer mag. Der nächste Kandidat wäre Butter – aber aus der müsste man zuerst mal das ganze Wasser rauskochen, damit es nicht mehr spritzt und dann die Molke abfiltern, weil die sonst verbrennt. Dabei kommt dann geklärte Butter raus, oder Ghee *. Einfach ausgedrückt: Butterschmalz beziehungsweise Butterreinfett. Und weil an dem Tag faul war hab ich einfach welches gekauft, kriegt man nämlich in jedem Supermarkt – wenn auch nicht unbedingt aus grasgefütterter Weidetiermilch. Aber zum frittieren ist es in Ordnung, in dem Fall.

Schritt 4 – pour some sugar on me!

def leppard möge mir verzeihen, aber ich hab heute wohl nen Clown gefrühstückt. Ja, der letzte Schritt ist wieder anspruchslos. Erythrit oder Xylit in eine Schüssel geben und die noch warmen Bällchen drin rumrollen, für eine leichte kristalline Süßungsschicht. Du musst nicht mal Pudereryxyl verwenden, darf gerne gröber sein.

Und, was völlig klar war – bei dem ganzen Getippe für die Quarkbällchen hab ich jetzt Appetit auf 3-7 davon. Und was noch klarer war: wir haben natürlich keine mehr *schnüffz*

Anyway. Du Video & Rezept, ich Käffchen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=C0TJIRe-os8

Liebe Grüße
Nico

Quarkbällchen - Low Carb und glutenfrei

Quarkbaellchen low carb und glutenfrei
Quarkbaellchen low carb und glutenfrei
Vorbereitungszeit
10 Minuten
Gesamtzeit
10 Minuten
Portionen
25 Stück
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Zutaten

Anleitung

  1. Alle trockenen Zutaten vermischen.
  2. Alle feuchten Zutaten kurz aufschlagen.
  3. Jetzt die trockenen Zutaten zu der Quark-Ei-Masse geben.
  4. Nun kannst Du das Fett in einem Topf erhitzen.
  5. Aus dem Teig kleine Bällchen formen. Entweder machst Du das mit 2 Teelöffel oder aber Du fettest Deine Hände mit etwas Kokosöl ein.
  6. Teste am besten mit einem Bällchen, ob das Fett zu heiß oder zu kühl ist und ob Deine Teigkonsistenz passt.
  7. Wenn sich das Bällchen im Fett nicht sofort auflöst, sondern etwas schäumt und etwas aufgeht, dann ist die Konsistenz richtig. Falls es sich auflöst, dann gibst Du einfach noch etwas Xanthan (oder Johannisbrotkernmehl / Guarkernmehl) mit hinein, bis sich die Bällchen nicht mehr auflösen.
  8. Je nach Topfgröße maximal 5-7 Bällchen gleichzeitig backen. Bei der richtigen Temperatur brauchen die Bällchen so ca. 5-8 Minuten bis sie schön gebräunt sind.
  9. Jetzt nimmst Du die Bällchen raus und legst sie auf ein Küchenkrepp zum Abtropfen.
  10. Lass die Bällchen ein wenig auskühlen und schwenke sie anschließend in Erythrit.
  11. FERTIG :D

Nährwerte pro Portion

Autor Nico
Rezept: Quarkbällchen - Low Carb und glutenfrei von salala.de
Danke für's nachmachen.
Wenn's Dir geschmeckt hat, darfst Du gerne einen Kommentar auf salala.de schreiben.
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