Rotweinkuchen ohne Mehl | low carb

von | 30. Aug 2017 | Kuchen | 3 Kommentare

Rotweinkuchen low carb - by salala.de - ohne Mehl zuckerfrei, glutenfrei und warum man Alkohol auch bei Low Carb zum Backen und Kochen verwenden darf! Rotweinkuchen low carb – by salala.de – ohne Mehl zuckerfrei, glutenfrei und warum man Alkohol auch bei Low Carb zum Backen und Kochen verwenden darf!

Rotweinkuchen ohne Mehl und ohne Zucker

Rotweinkuchen – low carb oder nicht – ist der absolute Hammer. Meine absolute #1 Kindheitserinnerung und niemand kann’s so gut wie Oma, leider. Das mag nach Glorifizierung klingen, aber es stimmt halt. Vroni hat es trotzdem geschafft so nah ranzukommen, wie es nur irgendwie möglich ist.

Nur… ROTWEINkuchen klingt erstmal wie per se von Low Carb ausgeschlossen. Weil in Rotweinkuchen nun mal Rotwein muss und weil Alkohol bei Low Carb völlig ausfällt, korrekt?

Das ist absolut und völlig korrekt, wenn man in ein beliebiges Low Carb Regelbuch schaut und das ist auch gut so. Aber ich wär ja nicht ich, wenn hier nicht gleich ein großes „Naja…“ käme.

Low Carb und der Alkohol

Als erstes möchte ich beschreiben, warum Alkohol bei Low Carb ohne Ausnahmen verboten ist. Und warum das für Rotweinkuchen nicht gilt.

Alkohol ist nicht nur ein Genussmittel, eine Volksdroge die dich blöd im Kopf und schwach auf der Leber macht sondern auch ein Energieträger wie Fett oder Kohlenhydrate. Protein übrigens kaum – Proteine sind hauptsächlich Baustoff und weniger Brennstoff.

Alkohol ist den Kohlenhydraten sehr ähnlich was den Stoffwechsel anbelangt. Die Stoffwechselvorgänge von Fructose – also Fruchtzucker – und Alkohol sind sogar quasi identisch. Der Unterschied zwischen „normalen“ Kohlenhydraten und Alkohol ist jedoch die Verfügbarkeit als Energiequelle.

Alkohol wird so schnell in Energie umgesetzt, dass er ab dem Zeitpunkt, zu dem er ins Blut gelangt, zur primären Energiequelle wird. Und das so lange bis er verbraucht wird. Damit stimmt folgender Leitsatz, den man überall lesen kann:

Alkohol stoppt die Fettverbrennung!

Davon bin ich absolut überzeugt und zweifle nicht im geringsten daran. Die Energiebereitstellung durch Alkohol ist dermaßen effektiv, dass man einem Marathonläufer statt Wasser Vodka geben sollte, der läuft dann schneller. Dumm nur, dass er gleichzeitig auch jeden Baum umrennen würde, der auch nur ungefähr im Weg steht.

Ein bisschen Mathe und zwei Bierchen

Zahlen sind aber bekanntlich wahrer als Worte, also lass uns doch mal die These und deren Wichtigkeit auf die Probe stellen.

Es ist Samstagabend, aber es ist auch Low Carb angesagt, also keine Chips für dich. Da wir uns aber in Bayern befinden, lässt du dir deine zwei Weißbier (Weizen) nicht versagen. Das Beispiel ist deswegen praktisch, weil 2 Weißbier genau einen Liter ergeben und weder eine über- noch eine untertriebene Menge sind. So glaubt man zumindest hier bei uns in Bayern.

Zu den Zahlen. 1 Liter Weißbier enthält

  • 440 kcal – aus dem Bier insgesamt
  • 42g Alkohol
  • 26g Kohlenhydrate
  • 900g Wasser

Wir sind jetzt mal sehr großzügig und ignorieren die Gesamtkalorien und die Kohlenhydrate, sondern wenden uns ausschließlich dem Alkohol zu.

42g reiner Alkohol haben 298,2 kcal – machen damit also den größten Teil der Energie im genannten Bier aus. Ich habe übrigens als Berechnungsgrundlage „Erdinger Hefeweizen naturtrüb“ verwendet. Alkohol schlägt mit 7,1 kcal pro Gramm zu Buche.

Im nächsten Berechnungsschritt geht es um dich. Ich impliziere jetzt mal, dass du ein guter Durchschnittsmensch bist, der einen täglichen Grundumsatz von 1800 kcal hat. Grundumsatz bedeutet, dass du nichts tust, außer zu leben. Oder eben auf der Couch sitzen. Ein Tag hat in etwa ganz genau 1440 Minuten, was bedeutet, dass du 1,25 kcal pro Minute verbrauchst, während du auf der Couch sitzt.

Also ist die Formel die Folgende:

( Alkohol [g] * 7,1 kcal ) / ( Grundumsatz pro Tag [kcal] / 1440 [min] ) = Zeit

Das Ergebnis (Zeit) ist sind die Minuten, bis der Alkohol verbraucht wurde und die normale Energiegewinnung – Fettverbrennung wieder einsetzt. Das obige Beispiel mit Werten wäre dann:

( 42g * 7,1 kcal ) / ( 1800kcal / 1440 min ) = 238,56 min

Oder in nicht mathematisch: deine Fettverbrennung stoppt knappe 4 Stunden – wegen zwei Bier. Und zwei Bier sind nicht viel. Ziehen wir die zusätzlichen Kalorien aus den nicht alkoholischen Anteilen noch hinzu, wird die Rechnung etwas schwammiger, das Ergebnis ist aber noch mehr „Auszeit“.

Wenn du aus den zwei Bier dann eine ausgewachsene Partynacht mit einem halben Dutzend Bierchen, ein paar Kurzen und 2-4 Cocktails machst, dann kommen hier schnell 24 Stunden oder mehr zusammen – kommt natürlich auch auf deine Standfestigkeit an. Ich persönliche liege unter dem Tisch bevor ich auf 5 Stunden gestoppte Fettverbrennung komme, aber ich trink ja auch quasi nie was (schon vor Low Carb lange nicht mehr).

So, und jetzt der Rotweinkuchen!

Beim Backen mit Alkohol kommen mehrere Faktoren zusammen und natürlich auch wieder Mathe, denn Mathematik ist Wahrheit. Meistens.

Alkohol verfliegt beim Backen – aber nur teilweise

Bei der Backzeit des Rotweinkuchens verflüchtigen sich etwa 70% des Alkohols schon aufgrund der Wärmeeinwirkung. Die landläufige Meinung ist zwar, dass Alkohol beim Kochen oder Backen vollständig verfliegt, aber das ist leider ein Ammenmärchen. Diese fehlerhafte Annahme kommt daher, dass Ethanol einen Siedepunkt von 78°C hat.

Alkohol in Getränken ist aber ein Alkohol-Wasser-Gemisch, d.h. der effektive Siedepunkt wird irgendwo zwischen 78°C und 100°C liegen. Allgemein kann man sagen, dass bei einer 30-minütigen Kochzeit mit offenem Deckel circa 65% des Alkohols verdampfen. Das ist ein erprobter Richtwert, aber halt auch nicht mehr.

Unser Rotweinkuchen bäckt bei 170°C eine Stunde lang. Mit einer Schätzung von 70% dürften wir also trotzdem auf der sicheren Seite sein.

Die liebe Mathematik wieder – Alkohol kann man wegrechnen

Wir verwenden nun also einen Durchschnittsrotwein für unseren Rotweinkuchen. Der hat einen Alkoholgehalt von etwa 12% vol. und schlägt damit mit 96g Alkohol pro Liter zu.

PUH! Das ist ja das Doppelte vom Bier! Ja, schon. Aber wir nehmen ja nur 250ml und kommen damit auf einen absoluten Wert von 24g. Und damit kommt wieder unsere Formel von oben zum Zuge.

( 24g * 7,1 kcal ) / ( 1800kcal / 1440 min ) = 136,32 min

Aber aber aber das sind doch auch über zwei Stunden, bis der Alkohol verbraucht ist!!

Richtig, aber das gilt nur, wenn du den Rotwein trinkst. Wir backen aber, können also vom effektiven Alkoholgehalt 70% abziehen. Das Glatteis war beabsichtigt, also nochmal:

( (24g*0,3) * 7,1 kcal ) / ( 1800kcal / 1440 min ) = 40,9 min

Na super, das ist aber immer noch eine 3/4 Stunde bis der Alkohol weg ist…

Wieder richtig. Wenn du den ganzen Kuchen allein und auf einmal isst. Aber wie viele Stücke willst du denn essen? Eins, zwei? Wir haben 20 Stücke aus dem Kuchen geschnitten und kommen dann pro Stück auf gnadenlose 2 Minuten bis der Alkohol wieder weg ist. Außer du hüpfst zweimal, dann ist er sofort verbraucht.

Quod erat demonstrandum.
(Latein für Angeber: „was zu beweisen war“. Sorry.)

Fazit – Regeln müssen verstanden werden

Ich bin immer noch der Meinung, dass nicht zusammengehören. Ich kann das hier aber auch leichthin schreiben, weil ich gewohnheitsmäßig keinen Alkohol zu mir nehme. Einfach weiß ich da keinen Geschmack dran finde.

Wichtig zu verstehen ist an dieser Stelle, was Alkohol tut und warum. Man kann Regeln biegen und brechen – wenn man weiß wie, wann und warum.

Und weil ich genau das weiß, kann ich ohne schlechtes Gewissen einen Viertelliter Rotwein in den Kuchen kippen. Denn ich habe ausgerechnet, dass es egal ist.

Diese Macht hast du jetzt auch – und mit großer Macht kommt auch große Verantwortung. Du kannst die Alkoholregel jetzt brechen, wenn es Sinn ergibt und das dann auch ordentlich argumentieren. ABER: du kannst dir jetzt NICHT mehr selbst in die Tasche lügen, dass das eine Bierchen schon nichts machen wird – du weißt es jetzt nämlich leider besser.

Entschuldigung und gern geschehen :)

liebe Grüße
Nico

Disclaimer: Ich weiß, dass ich im Video leicht andere Zahlen verwendet habe. Die waren durchaus auch korrekt, haben sich in dem Fall nur auf andere Variablen (Bier und Wein anderer Marke sowie einen Mann mit 2000kcal Grundumsatz) bezogen. Das Prinzip bleibt und das Ergebnis ist am Ende auch das Gleiche. Außerdem interessiert mich heute mein Geschwätz von gestern auch nicht mehr. Pff.

Rotweinkuchen

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Video-Link: https://youtu.be/fCQVbISOMYI
rotweinkuchen low carb ohne mehl ohne zucker glutefrei backen salala.de

Leckerer und saftige Rotweinkuchen, fast wie von meiner Oma. 

Vorbereitungszeit
15 Minuten
Kochzeit
1 Stunde
Gesamtzeit
1 Stunde 15 Minuten
Portionen
20 Stück
4.34 von 6 Bewertungen
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Zutaten

Anleitung

  1. Ofen auf 170 °C vorheizen.
  2. Schokolade grob raspeln.

  3. Die Butter mit der Süße, Vanille und Eier schaumig schlagen.
  4. Das Mandelmehl mit Backpulver, Backkakao, Zimt, gemahlenen Mandeln und den Schokoraspeln vermischen und unter die Butter/Ei Masse rühren.
  5. Nach und nach den Rotwein unterrühren.

  6. Den Kuchen in eine Backform geben (entweder Gugelhupf, 26 cm Springform oder eine andere Form Deiner Wahl) und für ca. 60 Minuten bei 170 °C backen.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
203 kcal
Kohlenhydrate
4 g (netto)
Ballaststoffe
1 g
Fett
16 g
Eiweiß
7 g
Kategorie Kuchen
Art / Diät glutenfrei, Low Carb, ohne Mehl, zuckerfrei
Autor Nico
Rezept: Rotweinkuchen von salala.de
Danke für's nachmachen.
Wenn's Dir geschmeckt hat, darfst Du gerne einen Kommentar auf salala.de schreiben.
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