7 Tipps: Besiege deine Zuckersucht!

von | 27. Mrz. 2019 | Basiswissen Low Carb | 1 Kommentar

7 Tipps: Besiege deine Zuckersucht!

Dass Zucker ein Problem sein kann – und immer öfter auch tatsächlich ist – ist ja kein Geheimnis, das weiß heute jeder. Nicht jeder will’s wahrhaben, aber so wirklich zu verleugnen traut sich ja doch niemand.

Zucker löst emotionale und körperliche Sucht aus. Subtil und nicht mit den negativen Nebenwirkungen, die man von harten Drogen erwartet. Aber dafür eine ganze Menge andere Langzeitauswirkungen, die nicht unbedingt weniger gefährlich sind.

Und mit “Zucker” sind nicht nur Glucose und Fructose gemeint, sondern all die anderen Zuckervarianten, die in gesüßten Getränken und allen möglichen Industrieprodukten enthalten sind. Was ungefähr 80 % aller Produkte sind, die man im Supermarkt kaufen kann.

Also DASS es ein Problem gibt, ist offensichtlich. Aber wie wird man das nun wieder los?

Zuckersucht überwinden: 7 Tipps von salala.de

Vroni und ich waren vor ein paar Jahren noch schwer süchtig nach Zucker. In den letzten 5 Jahren haben wir viel gelernt, probiert und erfahren. Und das was wir heute wissen, sind die folgenden 7 Punkte, bequem für dich als Liste :)

#1 Erkenne und akzeptiere das Problem

Sind wir ehrlich. Du kannst nur ein Problem lösen, das du kennst. Und von dem du weißt, dass es existiert. Schritt 1 ist erstmal herauszufinden, ob bei dir eine Sucht vorliegt oder nicht.

Das ist eigentlich easy. Verzichte 3-4 Tage auf alles Süße. Ohne Ausnahme. Keine süßen Getränke (auch nicht Zeros), kein Zucker, kein Süßstoff, kein Obst.

Und dann beobachte dich. Ist das OK für dich? Oder wird es unangenehm oder vielleicht so ein bisschen Folter. Bekommst du vielleicht sogar Kopfschmerzen?

Da hast du deine Antwort. Wer nicht problemlos auf Zucker verzichten kann, hat mindestens Ansätze von Sucht. Je unangenehmer die Symptome, desto gefestigter ist deine Sucht.

Schönes Gegenbeispiel: du hast vermutlich eine Lieblingsspeise. Irgendwas Leckeres, dass du total gerne isst. Nichts Süßes, sondern sowas wie Pizza, Lasagne, Schnitzel, Pommes oder Spaghetti – egal.

Aber bekommst du körperliche oder emotionale Probleme, wenn du diese Lieblingsspeise mal eine oder zwei Wochen lang nicht isst? Also ich nicht. Weil ich meine Lieblingsspeise gerne mag, aber nicht süchtig danach bin. Großer Unterschied.

#2 Bewusster Verzicht für mindestens 30 Tage

Da Zuckersucht keine Gewohnheit im psychologischen Sinn ist, sondern im Gehirn genau wie eine Drogenabhängigkeit arbeitet, hilft “langsam abgewöhnen” eigentlich nie. Für ein paar Tage vielleicht, aber der Rückfall ist eigentlich vorprogrammiert.

Zuckersucht besiegt man wie Alkohol, Kokain und andere harte Drogen und auch wie Nikotin effektiv nur auf eine Weise: cold turkey, kalter Entzug. Ohne Ersatz und ohne Gnade.

Kalter Entzug bedeutet, dass du auf Zucker in jeder Form verzichten musst. Glucose, Fructose in reiner Form. Naschereien und süße Getränke sowieso. Aber auch Süßstoffe zählen da mit rein – und sehr süße Obstsorten wie Ananas, Banane, Pfirsich und süße Äpfel.

Das ist erstmal alles tabu, damit auch der Geschmacksreiz gar nicht im Gehirn ankommt.

Das kann ich den ersten 7 Tagen ziemlich unangenehm sein – anschließend wird’s besser.

#3 Achte auf versteckte Zucker

Zucker ist fies. Die Industrie ist fies. Metzger sind fies. Zucker ist überall drin. In (fast) jedem verarbeiteten Lebensmittel, in den meisten Konserven, in fast allen Gewürzmischungen. Fertiggerichte in jeder Form sowieso.

Aber auch Schinken und Wurstwaren sind oft mit Dextrose oder Laktose versetzt. Da meistens zur Konservierung, aber vor allem in den ersten 7-10 Tagen können selbst diese geringen Mengen schon wieder zurückwerfen. Danach wird’s einfacher, auch wenn wir solche Produkte weitgehend meiden.

Schau dir also die Zutatenlisten aller Produkte die kaufst, sorgfältig an und entscheide dich gut. Einfach kopflos einkaufen geht nicht mehr.

#4 Lenke dich ab

Es wird vorkommen, dass dich der Heißhunger packt. Dann sitzt du zuhause und denkst an Schokoladeneis, Snickers, Mars und Gummibärchen. Oder süße Teilchen. Schokokuchen. Du verstehst das Konzept.

Und es wird vorkommen, dass dich der Appetit darauf fast wahnsinnig macht. Wenn du jetzt nicht schwach werden willst, dann musst du etwas unternehmen. Weil wenn du nur dasitzt und darüber brütest, dann wird’s normalerweise nur schlimmer.

Es gibt viele Möglichkeiten dich abzulenken.

  • Geh an die Luft, eine Runde um den Block und zwar zügig.
  • Such dir einen Gesprächspartner, sinnloser Small Talk ist erlaubt
  • Meditiere, wenn dir das nicht zu kitschig ist (ist es nicht, probiers aus!)
  • Wenn du ein Hobby hast, leg los – mit was auch immer
  • Lies ein Buch (oder einen Teil davon)

Jeder hat andere Möglichkeiten sich abzulenken. Was tust du normalerweise, wenn du nervös bist? Außer Schokolade und Gummibärchen essen? Wenn es funktioniert, dann tu genau das. Ich geh dann tatsächlich gern raus und gehe ein paar Kilometer zu Fuß.

Alternativ sitze ich auch gern in meinem Gamersessel, lehne mich zurück und atme schwer, leidend und genervt aus. Das mag Vroni aber nicht, ist frische Luft die bessere Wahl.

#5 Vermeide Stress

Zucker stimuliert unser Belohnungssystem, über die Dopaminrezeptoren. Aber Zucker stimuliert auch Serotonin, unser Glückshormon.

Und genau so verwenden wir Zucker auch zum Großteil.

Du warst fleißig? Schokolade oder Gummibärchen zur Belohnung.
Langeweile? In der Schublade liegen noch M&Ms.
Chef hat gerade genervt? Schokocookies lenken da super ab und im Bürokühlschrank sind zum Glück noch welche.

Natürlich kannst du nicht einfach all das abstellen. Chefs werden nerven, Langeweile kommt immer mal auf und nicht mehr fleißig sein ist auch keine Lösung.

Aber du kannst für mehr Entspannung in deinem Leben sorgen und dich auf diese Weise stressresistenter machen. So, dass die oben genannte Situationen, schreiende Kinder, die einzige offene Kasse im Aldi und dieser Vollidiot da vorn, der lieber JETZT SOFORT seinen Führerschein abgeben sollte, nicht mehr soooo schlimm sind.

Wenn du resistenter bist, dann brauchst du auch nicht unbedingt Belohnungs-, Tröst- oder Ablenkungssüßigkeiten. Du kommst einfach besser klar.

Hier hilft übrigens erneut Meditation. Google that.

#6 Iss reichhaltig und abwechslungsreich

Weißt du, wer Nachspeisen braucht? Leute, die keine befriedigende Hauptmahlzeit hatten. Nachspeisen sind eine Entschuldigung für einen jämmerlichen Hauptgang, nix anderes.

Gestalte das RICHTIGE Essen abwechslungsreich und befriedigend. Viel Gemüse hilft dir dabei, alle wichtigen Nährstoffe zu bekommen. Auch Fisch und Fleisch, vor allem bei hoher Qualität, helfen dir dabei wichtige Fett und Mineralien zu bekommen.

Denn Heißhunger ist normalerweise ein Ausdruck für einen bestimmten Nährstoffmangel. Heißhunger auf Schokolade kann zum Beispiel auf Magnesiummangel hinweisen.

Wenn du keine Mängel hast und deine Hauptmahlzeit dir auch wirklich schmeckt, dann legst du Messer und Gabel auch nicht unbefriedigt weg und schielst auf ein Dessert.

Viele verschiedene Lebensmittel, ausreichende Mengen und, wenn du nicht gerade Low Carb isst, auch regelmäßig essen – um deinen Blutzucker stabil zu halten.

#7 Miste aus und lass dich unterstützen

Was du nicht zuhause hast, kannst du auch nicht verspeisen, ganz einfach. Wenn du alleine bist oder die ganze Familie beim Zuckerentzug mitmacht, dann räum aus, was übrig ist. Tüte packen und verschenken.

So haben wir das damals bei der LC-Umstellung gemacht. Süßigkeiten, Pasta, Reis und Tütenfutter haben wir in mehrere Einkaufstüten gepackt, einen Freund angerufen und das dann abholen lassen. Hat super geklappt.

Wenn das natürlich nicht geht, weil die Familie nicht mitmacht, dann hol dir zumindest die Unterstützung. Es ist NICHT hilfreich, wenn dein Partner vor deinen Augen eine Tüte Haribo aufreißt, reingreift und sich das Zeug fies lächelnd in den Mund schiebt.

Das ist nicht nur nicht hilfreich, sondern Grund genug für ein sehr ernstes Gespräch. Sabotage ist nicht cool und dir in die Suppe zu spucken, wenn du dich in deine Gesundheit kümmern willst, ist regelrecht kriminell. Das ist nix anderes als einem trockenen Alkoholiker Rum in den Kaffee zu schütten.

Erkläre dein Vorhaben und bitte um Unterstützung. Wenn deine Familie dich mag, dann wird das auch funktionieren.

Gutes Argument: einen Vegetarier oder Veganer überredet auch niemand dazu, Fleisch zu essen. Das akzeptiert jeder. Du hast das gleiche Recht, nur halt eben mit Zucker.

Wille und Ausdauer sind deine Freunde

Wenn du dich an diese Punkte hältst, dann kann nicht so richtig viel schiefgehen. Aber du musst durchhalten, das ist das einzig wirklich Wichtige.

Aber das heißt natürlich nicht, dass du für immer auf jede Art Zucker verzichten musst. Es geht darum, dass du wieder die Kontrolle darüber hast. Wir sind mit dem Thema mittlerweile sehr entspannt, weil wir jederzeit “Nein” sagen können, ohne uns dabei zu quälen. Und wenn wir dann doch mal zugreifen, das passiert 2-4x pro Jahr, dann haben wir trotzdem die Mengen unter Kontrolle und sind auch am Tag danach nicht unterwegs zum Supermarkt um Nachschub zu holen.

Diesen Punkt zu erreichen, kann aber ein bisschen dauern, je nachdem wie stark deine Sucht ist.

Aber wie lange eigentlich?

Also, um deine Zuckersucht erstmal grob zu überwinden, brauchst du ungefähr 4-6 Wochen. So lange musst du echt konsequent sein, aber die Sucht sollte dann überwunden sein. Danach gilt es, deine Gewohnheiten zu verändern und es nicht wieder einreißen zu lassen. Das kann aber durchaus 6-9 Monate dauern. Solange solltest du auf der Hut sein.

Aber danach bist du frei.

Liebe Grüße,
Nico

 

 

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Wer schreibt hier?

Wir sind Vroni & Nico und leben seit April 2014 Low Carb nach einer Art LCHF.
Auf salala.de findest Du viele leckere glutenfreie Low Carb Rezepte. Wir wollen Dir dabei helfen einen glücklichen Low Carb Lifestyle zu leben.

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