Intermittierendes Fasten und Autophagie

von 06. Mrz. 2019Fortgeschrittenes Low Carb Wissen3 Kommentare

Intermittierendes Fasten und Autophagie

Im heutigen Video geht es um das große Thema “intermittierendes Fasten”. Aber halt, gab’s da nicht schon einen Beitrag? Ja genau, letztes Jahr!

Daher werde ich das Thema hier nicht nochmal ausbreiten, sondern einfach freundlich auf den Artikel von damals verweisen ;)

Aber einen Aspekt habe ich im Artikel “Intermittierendes Fasten” nicht behandelt, und das ist die Autophagie. Darum gehts hier, den Rest findest du im anderen Artikel.

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Was ist Autophagie?

Autophagie ist ein Recyclingprozess im Körper. Der Begriff kommt aus dem griechischen und heißt ungefähr “sich selbst essen”. Trifft’s ziemlich gut.

Unsere Körperzellen altern, wir haben durch den Metabolismus jede Menge Abfall und hin und wieder werden auch Proteine falsch gebildet – plus einige andere Dinge, die entsorgt werden sollten, aber durch Darm, Niere und Leber nicht verarbeitet werden können.

Da kommt die dieser Autophagie-Prozess ins Spiel.

Fehlerhaft gefaltete Proteine und ganze, aber nicht mehr benötigte oder defekte Organellen (bestimmte Zellteile mit einer spezifischen Funktion) werden durch die sogenannten Autophagosomen identifiziert und dem Lysosomen der Körperzellen zugeführt.

Kennst du den Ausdruck “Die Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen”? In diesem Kontext kann man sagen “Die Lysosomen sind die Müllkraftwerke der Zellen”. Oder alternativ, die Recyclinganlagen.

Autophagosomen kann man sich als die Müllmänner der Zellen vorstellen. Sie sammeln und führen den Müll dem Müllkraftwerk bzw. der Recyclinganlage zu.

Dort, also im Lysosom, werden diese Zellteile und Proteine dann in ihre Bestandteile zerlegt. Am Ende kommen dabei vor allem Aminosäuren und Fettsäuren raus, also Rohstoffe, mit denen der Körper dann wieder neue Dinge bauen kann. Neue Körperzellen beispielsweise.

Das Auswahlsystem für diesen Recyclingprozess kann man sich als darwinschen Prozess vorstellen, als “survival of the fittest”, also Überleben der Stärkeren. Ein Optimierungsprozess. Die schwächsten Zellen oder die, die aktuell nicht mehr benötigt werden, werden durch neuere, bessere Zellen ersetzt.

Das Gleiche, also Recycling oder Autophagie, passiert auch mit Fremdkörpern und Schadstoffen, die so durch unseren Körper fleuchen. Toxine aller Art (soweit möglich), Pilze und Pathogene wie Viren und Bakterien werden dabei genauso vernichtet.

Anti-Aging Effekt

Wie du dir sicherlich vorstellen kannst, hat diese Zellerneuerung eine gewaltige Auswirkung auf das Altern.

Wenn die Autophagie auf vollen Touren läuft, dann erneuern sich all deine Körperzellen schneller als normalerweise, das gilt insbesondere für Gehirn, Nervenzellen, Herz und Haut.

Alles funktioniert mittel- und langfristig besser, du fühlst dich fitter und deine Haut wird auch schöner.

Wie hilft intermittierendes Fasten dabei?

Intermittierendes Fasten – oder Fasten im allgemeinen – hebt die Effektivität von der “normalen” Autophagie gewaltig.

Der Hintergrund ist, dass der Prozess, der Autophagie hebt und beschleunigt, im Fastenzustand besonders aktiv wird. Das Ding heißt “mTOR-Signalweg” und tut ziemlich viel im Körper. Wachstumsfaktoren, Energiehaushalt, Sauerstoffmanagement und noch einiges mehr. mTOR-Funktionen und zusammenhängende Faktoren gehören zu den spannendsten Dingen, die die Wissenschaft seit einiger Zeit so am menschlichen Körper erforscht.

mTOR ist aber unter anderem auch ein Nährstoffsensor – das hängt vermutlich stark mit den Wachstumsfaktoren und dem Energiemanagement zusammen. Wenn also dieser Nährstoffsensor feststellt, dass bestimmte Nährstoffe fehlen, dann wird er versuchen an diese Nährstoffe ranzukommen. Allem voran steht dabei der Mangel an bestimmten Proteinen (wobei nicht ganz klar ist, welche). mTOR wirft als jetzt den Autophagie-Turbo an, damit diese Proteine bzw. Aminosäuren aus dem Altmaterial gebildet werden können.

Interessanterweise kann dieser Effekt, also der mTOR-Signalweg und gesteigerte Autophagie auch beobachtet werden, wenn man sich zum Beispiel ketogen ernährt und dabei auch die Proteine stark reduziert. Macht ja auch Sinn.

Gemessen wird der Grad der Autophagie über die Konzentration an Autophagosomen im Blut. Schon nach 24 Stunden ohne Nahrung hat sich die Zahl der Autophagosomen um 300 % über den Basiswert gehoben, nach weiteren 24 Stunden sogar nochmal um 300 %. Das sind natürlich nur Richtwerte, aber das kommt schon hin.

Intermittierendes Fasten geht zwar eigentlich nie über 24 Stunden, aber auch nach 12-16 Stunden hat man schon ganz ordentliche Werte. Und man macht das ja dann jeden Tag. Das läppert sich.

Fazit

Zusammengefasst könnte man sagen, dass Fasten oder intermittierendes Fasten viel mehr für dich tun kann, als nur überschüssiges Fett loswerden. Es ist eine Entschlackungskur, der Körper hat Zeit zum Aufräumen, zum Müll beseitigen und es macht dich insgesamt gesünder.

Echtes, also mehrtägiges Wasserfasten, vervielfältigt diesen Effekt natürlich nochmal. Aber IF ist echt ein guter Anfang und deine kleine, gesund Fastenkur für jeden Tag.

Hast du sowas schon mal versucht? Intermittierendes Fasten, Alternate Day Fasting oder “echtes” Fasten über längere Zeit? Oder gehörst du zur “Mehr als 5 Stunden ohne Nahrung überlebe ich nicht!!”-Fraktion?

Schreib’s doch unten in die Kommentare und lass uns drüber reden :)

Der ganze Rest

Intermittierendes Fasten hat natürlich noch viele andere Aspekte und Vorteile, über die man sprechen oder schreiben kann. Und das hab ich ja auch schon getan.

Im Artikel “Intermittierendes Fasten” vom letzten Jahr, findest du all unsere Gedanken dazu und auch, wie wir persönlich damit umgehen. Vorsicht, viel Lesestoff.

Liebe Grüße,
Nico

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