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Gibt es einen Keto-Turbo?

Gibt es einen Keto-Turbo?

Wir haben uns umgeschaut und uns ganz spezifisch mit den Meinungen und Aussagen einiger international anerkannten Keto-Experten beschäftigt. Darunter unter anderem Dr. Berg, Dr. Jason Fung, Dr. Berry, Thomas DeLauer und einge andere – die Liste ist zu lang um hier alle zu nennen. Von den Blogs, Büchern, Video und sonstigen Publikationen eben dieser (hoffentlich) Experten, haben wir die Informationen gezogen, die für uns in dem Moment interessant waren und quasi zu einem Fahrplan eingedampft, den wir in den nächsten Wochen einhalten.

Und ich hoffe schwer, dass das funktioniert, weil Spaß machen wird’s vermutlich schonmal nicht.

Der Kilokick! Über Nacht ein Kilo Fett verlieren?

Der Kilokick! Über Nacht ein Kilo Fett verlieren?

Was ist dran am Kilokick? Wenn du dich schonmal gefragt hast, wie es funktionieren soll, dass eine Mahlzeit 1 Kilo Fett in einer Nacht abbauen soll, dann habe ich die Antwort für dich. Die Antwort ist „geht nicht“ und ich kann es auch beweisen. Das macht aber den Kilokick noch nicht zu einer schlechten Mahlzeit – es ist nur kein Wundermittel. Aber lecker :)

Low Carb macht dich früher tot - Was ist dran an der ominösen Harard Studie - salala klärt auf

Low Carb macht dich früher tot!

von | Sep 21, 2018 | Low Carb und die Wissenschaft | 9 Kommentare




Über die Harvard Medical / ARIC-Studie, die uns alle so „Sorgen“ macht

Ungefähr so lauten die Schlagzeilen, die seit ein paar Wochen durch die Medien gehen. Und du bist jetzt eventuell verunsichert, ob da nicht vielleicht trotzdem was dran ist.

Weil, schließlich ist die ja vertrauenswürdig, weil sie an der Harvard Medical School durchgeführt wurde und vom britischen Wissenschaftsmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Und das sind natürlich beides sehr renommierte und kompetente Quellen.

Naja, scheinbar nicht mehr so sehr. Warum wir (und viele andere) das so sehen, möchte ich hier kurz zusammenfassen. Und ich hoffe wirklich, dass ich das kurz halten kann. Geb’ mir Mühe.

Die ARIC-Studie zur Datenerhebung

Konkret geht es bei diesen Artikel um folgende Veröffentlichung: Dietary carbohydrate intake and mortality: a prospective cohort study and meta-analysis.

Die Studie ist natürlich auf englisch verfasst; wenn deine Sprachkenntnisse also gut genug sind, kannst du da ja selber mal drüberscannen.

Auf Deutsch übersetzt lautet der Titel etwa: „Die Aufnahme von Nahrungs-Kohlenhydraten und Sterblichkeit: eine prospektive Kohortenstudie und Metaanalyse“

Metaanalyse oder Meta-Studie bedeutet dabei, dass die Forscher, die hier veröffentlicht haben, keine eigenen Daten erhoben, sondern Daten anderer Forscher ausgewertet haben. Daran ist generell nichts schlimmes. Ein großer Teil aller Studien sind Meta-Studien die aus einer oder mehreren fremden Datenquellen bestehen.

Eine prospektive Kohortenstudie ist eine sehr gebräuchliche Studienart, bei der mehrere ausgewählte Gruppen (Kohorten) von Teilnehmern gebildet werden, und diese über die Zeit der Studie bis zum Ende beobachtet werden. Typisch dabei ist auch, dass die Teilnehmer vor Studienbeginn das zu verfolgende Studienziel noch nicht entwickelt haben.

Beispiel: eine prospektive Kohortenstudie zum Thema Lungenkrebs bei Rauchern wird möglicherweise aus 4-8 Kohorten gleicher Teilnehmerzahl bestehen. Eine Kohorte wird aus Nichtrauchern bestehen und die restlichen Gruppen werden dann nach bestimmten Kriterien aufgeteilt, wie zum Beispiel die Anzahl der Zigaretten die am Tag geraucht werden und ggf. ob gefiltert oder ungefiltert geraucht wird. Wenn die Forscher in 2018 angekommen sind, dann werden auch noch 1-2 Gruppen aus e-Dampfern mit aufgenommen ;)

So ungefähr sind die Daten der ARIC-Studie auch entstanden, die die Harvard Forscher als Datengrundlage für die Meta-Analyse verwendet haben. Die ARIC-Studie läuft übrigens nach wie vor und zwar seit 1987.

Dabei wurden aus 15.482 erwachsenen Teilnehmern zwischen 45-64 Jahren 5 Kohorten gebildet, die unterschiedliche Mengen an Kohlenhydraten zu sich genommen haben.

Erhoben wurde eine ganze Menge Daten, die teilweise in die Meta-Analyse eingeflossen sind.

Art der Datenerfassung

Interessant ist übrigens auch, dass es sich bei der Datenerhebung um einen Fragebogen handelt, den die Teilnehmer selbst auszufüllen haben. Es gab in der ARIC-Studie seit 1987 bisher sechs Befragungen, die Fragen zu den vorhergehenden Jahren beinhalteten. Dabei handelt es sich jeweils um ~90 Fragen, die sich zum größten Teil auf die Ernährung des Teilnehmers beziehen.

Es handelt sich also nicht um eine klinische Studie, die von medizinischen Profis durchgeführt wird, sondern um eine großflächig und langzeitlich angelegte Befragung.

Das macht die Daten nicht wertlos, aber sie verlieren doch gewaltig an Schärfe. Man muss natürlich dagegenhalten, dass es nicht unbedingt praktikabel wäre über 30 Jahre die Ernährung von 15.000 Menschen zu überwachen. Das kriegt keine Organisation hin. Mir fällt auch keine bessere Möglichkeit ein um so eine Studie durchzuführen, aber man muss schon den Tatsachen ins Auge sehen und die Daten als das sehen, was sie sind – Schätzungen, nicht mehr und nicht weniger.

Aber, um ehrlich zu sein, ich selbst zweifle schon sehr am Sinngehalt der Daten. Auf mein „warum“ werde ich gleich noch näher eingehen.

Essen schätzen

Wenn du mich frägst, was ich vorgestern gegessen habe, dann müsste das schon ein Drehtag gewesen sein zu dem ein Videobeweis vorliegt. Ansonsten habe ich keine Ahnung und kann nur ungefähr raten.

Mit letzter Woche wird es noch schlimmer, ich hab nicht den blassesten Schimmer. Vielleicht hat meine Frau irgendwas auf Instagram gepostet? Müsst ich jetzt nachschauen.

Und jetzt versuche du mal bitte folgende Fragen zu beantworten – die Fragen sind original, ich habe nur ein paar (hoffentlich unnötige) Übersetzungen dazu geschrieben.

Wie oft hast du folgende Lebensmittel im vergangenen Jahr gegessen/getrunken:

String beans or green beans; 1/2 c. (dt: Grüne Bohnen, ½ Cup als Maßeinheit)
Mögliche Antworten:A = >6 per day (mehr als 6 pro Tag)
B = 4–6 per day
C = 2–3 per day
D = 1 per week (1 pro Woche)
E = 5–6 per week
F = 2–4 per week
G = 1 per day
H = 1–3 per month (1-3 pro Monat)
I = Almost Never (fast nie)

Ab dieser Stelle spare ich mir jetzt die Antworten A-I, die sind immer gleich.

Chicken or turkey, without skin (Hühnchen oder Pute ohne Haut; Maßeinheit?? Ein Ganzes? Oder eine ganze Pute?)

Chicken or turkey, with skin (Hühnchen oder Pute mit Haut; Maßeinheit??)

Beef, pork or lamb as a sandwich or mixed dish, stew, casserole, lasagne, or in spaghetti sauce, etc (Deutsch: Rind, Schwein oder Lamm als Sandwich oder als Bestandteil eines Gerichts, Eintopfes, Auflaufes, Lasagne oder einer Sauce. Von wie viel sprechen wir denn nun? Hier ist auch keine Maßeinheit?)

Peanut butter; 1 tbsp (Echt: Wieviele Esslöffel Erdnussbutter haben Sie gegessen? Wer weiß denn sowas?)

Rice; 1/2 c. (Reis. Gekocht oder roh?)

Spaghetti, noodles or other pasta; 1/2 c. (Spaghetti, Nudeln oder andere Pasta. Je 1/2 Cup. Gekocht oder roh?)

Fresh apples or pears; 1 (Frische Äpfel oder Birnen.)

Ich hab grade nochmal nachgeschaut, das sind 89 Fragen, die meisten davon zur Nahrung. Aber der Knaller kommt noch (hat Vroni vorher gefunden). Immer im Hinterkopf behalten, das wird als Low Carb Studie ausgewertet.

Eine Frage zur Diätform:

Are you currently on a special diet? (Verfolgen Sie aktuell eine spezielle Diät?)
Y = Yes N = No. (Ja/Nein)
For how many years have you been on it? (Seit wievielen Jahren?)
What type of diet is it? (Welche Art von Diät ist es?)
A = Weight Loss (Gewichtsverlust)
B = Low Salt (Salzarm)
C = Low Cholesterol (Cholesterinarm)
D = Weight Gain (Gewichtszunahme)
E = Diabetic (Diabetes-Ernährung)
F = Other (andere)

Sorry, aber ich seh da kein Low Carb oder kohlenhydratreduziert oder so?

Ich muss wirklich sagen, ich hätte keine Chance hier korrekte Antworten zu geben. Ich könnte nur raten und das geht schief. Das hat für mich alles ziemlich wenig Aussagekraft.

Dazu kommt noch der Aspekt von over- und underreporting, also Angabe von bewusst oder unterbewusst zu hohen oder zu niedrigen Werten. Wie vielen Leuten es wohl peinlich ist, zuzugeben, dass sie ein Glas Erdnussbutter pro Woche verzehren und den Wert etwas nach unten korrigieren? Erfahrungsgemäß ist das bei vielen Leuten der Fall.

Ernährungsberater können ein Lied davon singen: wenn ihre Kunden immer nur das zu sich nehmen würden, was das Ernährungsprotokoll der letzten Woche aussagt, dann gäb’s meistens kein Problem :)

Keine Low Carb Studie

In genau diesem Zusammenhang ist es sehr, SEHR, SEHR wichtig zu verstehen ist, dass es sich bei den erhobenen Daten NICHT um Low Carb gegen High Carb handelt. Ganz und gar nicht.

Die oben erwähnten Kohorten wurden in der ARIC Studie in folgende Kategorien (“Quantilen” = Q) aufgeteilt. Die Prozentzahl gibt dabei an, wie viel Energie aus Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung des Teilnehmers vorkommt; dahinter habe ich, zur Veranschaulichung, die Anzahl der KH in kcal und Gramm, bei angenommenen 2.000 kcal pro Tag, dazu geschrieben.

  • Q1: durchschnittlich 37% / 740 kcal / 180 g
  • Q2: durchschnittlich 44% / 880 kcal / 214 g
  • Q3: durchschnittlich 49% / 980 kcal / 239 g
  • Q4: durchschnittlich 53% / 1.060 kcal / 258 g
  • Q5: durchschnittlich 61% / 1.220 kcal / 297 g

Nun wage ich zu behaupten, dass jeder LCler weiß, dass keine dieser Angaben in dieser Liste etwas mit Low Carb zu tun hat. Allenfalls die Quantilen 1 und 2 beschreiben jemanden, der tendenziell mehr Fleisch und Gemüse isst als Reis, Nudeln und Brot. Das ist aber auch schon alles.

Low Carb aber beginnt bestenfalls bei unter 100 g Kohlenhydraten am Tag, aus meiner Sicht eher so bei unter 70 g und wer es ernst meint, der bleibt unter 50 g.

Die Studie vergleicht also moderat viele Kohlenhydrate bis ziemlich viele Kohlenhydrate.

Aber nicht Low Carb, das kommt da gar nicht vor.

Wie müsste denn eine Low Carb Teilnehmergruppe aussehen?

Um Low Carb fair zu beurteilen, müsste man aus meiner Sicht folgende Aspekte in der LC-Quantile ansetzen, nämlich die Low Carb Grundregeln, die allgemein akzeptiert sind ohne ins Extrem zu gehen:

  • Nährstoffverteilung KH/EW/F: 10%-30%-60% (das ist sehr moderat, nicht mal LCHF)
  • Getreidefreie Ernährung
  • Zuckerfreie Ernährung (zugesetzter Zucker und Derivate)
  • “real food” – unverarbeitete Lebensmittel, keine Fertigprodukte, keine “Packerl”
  • Low Carb-typische Getränkeauswahl
  • Verwendung der LC-typischen Fett- und Proteinquellen

Ja, mir ist klar, dass das nicht einfach wäre und vermutlich so nie geschehen wird. Aber ich erwarte von unvoreingenommenen Wissenschaftlern, dass hier nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. Low Carb ist viel mehr als “etwas weniger KH essen”.

Und wenn die Wissenschaftler dazu (vielleicht aus praktischen Gründen?) nicht in der Lage sind, dann erwarte ich die eine faire Beurteilung durch die Medien – zuallererst von einem bisher streng neutralen Magazin wie „The Lancet“.

Was hat nun die Harvard-Studie mit den Daten gemacht?

Ohne jetzt besonders böse oder reißerisch sein zu wollen, aber hier beginnt das Schindluder, das Harvard da angestellt hat und das denen in den nächsten Monaten noch gewaltig auf die Füße fallen wird.

Datenverwendung

Die Harvard Medical School hat sich entschieden nicht die kompletten ARIC-Daten zu verwenden, die zur Verfügung gestanden sind. Ausgewertet wurden lediglich die Befragungen “Visit 1” und “Visit 3”, also die Fragebögen, die in den Jahren 1987-1989 und in den Jahren 1993-1995 ausgefüllt wurden. Die restlichen 4 Visits sind aus unbekannten Gründen nicht betrachtet worden.

Des Weiteren haben die Wissenschaftler, die die Daten analysiert haben, sehr merkwürdige Vorstellungen von menschlicher Ernährung. Ich darf (übersetzterweise) zitieren, welche Energieangaben da als valide, also korrekt und nicht fehlerhaft, gelten. Bitte behalte im Hinterkopf, dass wir von Erwachsenen zwischen 45-64 Jahren sprechen:

  • Männer: < 600 kcal und > 4200 kcal pro Tag
  • Frauen: < 500 kcal und > 3600 kcal pro Tag

Und das sind Durchschnittswerte über ein Jahr, nicht Einzeltage. Es gab ja keine Tagesfragebögen sondern nur solche, die den Teilnehmer nach dem Essen des letzten Jahres gefragt haben(!!).

Das heißt also im Klartext, dass die Harvard-Forscher glauben, dass es Menschen gibt (geben kann?), die mit 500 bzw. 600 kcal am Tag über Jahrzehnte hinweg überleben können. Diese Grenzwerte hat ja irgendjemand bewusst gesetzt, sowas entsteht nicht zufällig. Und ich glaube nicht, dass man das überleben kann.

Die Obergrenzen sind dagegen zwar auch deftig, aber abbildbar. Ein extremer Kraftsportler oder jemand, der sich exzessiv zu Tode frisst und trinkt kann da durchaus auch darüber kommen. Ich behaupte auch, dass ich selber schon 5000 kcal an einem Tag verdrückt habe – vermutlich mit Hilfe von Erdnüssen und Schokolade. Aber natürlich nicht im Tagesdurchschnitt über mehrere Jahre. Nichtmal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.

Studienobjekt: all-mortality

Dabei geht’s darum, was die Meta-Analyse auswertet. Allgemeine Sterblichkeit. Nicht die TodesURSACHE. Nur wer gestorben ist oder voraussichtlich sterben wird und in welchem Alter. Vielleicht.

Dabei haben wir absolut keine Betrachtung von Todesursachen. Autounfälle gehen genau so in die Studie ein, wie Infektionskrankheiten, Flugzeugabstürze, Suizid, Altersschwäche oder eben Herzinfarkte.

Das ist alles tragisch, hat aber – von den Herzinfarkten vielleicht abgesehen – absolut nichts mit der Studie zu tun.

Das kann die Studie verzerren. Muss nicht, aber kann. Es ist jedenfalls nicht sinnvoll.

Datenausschluss

Einer der großen Skandale in der Auswertung ist für mich, dass bestimmte Gruppen von Teilnehmern aus der Auswertung entfernt wurden.

Wer vor der Studie ein Schlaganfall, Diabetes, einen Herzinfakt oder ein entsprechendes Herzleiden hatte, wurde nicht in die Studie aufgenommen. Das ist ok, gleiche Voraussetzungen für alle und die angewendete Studiendart gibt das so vor. 

Aber wer während der Studie eine dieser Erkrankungen entwickelt hat, wurde ebenso aus der Analyse entfernt.

Zu Deutsch und aus der Sicht eines Low Carbers (ich!): Leute, die Eimerweise Zucker und Getreide und Pasta und Reis und Brot und Schokoriegel und Cola in sich reinschaufeln und demzufolge krank werden – das ist ja unser Standpunkt – werden nicht mehr ausgewertet und gehen nicht in die Statistik ein.

Ja, du hast richtig gelesen. Genau die Leute, die aufgrund der Ernährung tatsächlich krank werden und FRÜHER STERBEN, wurden aus der Studie entfernt. Wir können davon ausgehen, dass Leute die MEHR Zucker und Co. zu sich nehmen signifikant häufiger an den genannten Krankheiten leiden. Die Lebenserwartung sinkt drastisch, was aber für die Studie egal ist, weil die nicht in die Studie eingehen. Blöd, was?

Mir fehlen da ein bisschen die Worte. Nein doch nicht: das ist eine bewusste Verfälschung der Daten um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Nichtmal großartig geschönt oder versteckt, das ist ganz offensichtlich und unverblümt.

Keine Untersuchung des Gesundheitszustandes

Es gab während der ganzen Studie keine gesundheitlichen Checks der Teilnehmer – zumindest habe ich keine gefunden.

Beurteilt wurde nur die Ernährung und die Sterblichkeit der Teilnehmer, in keiner Weise die Gesundheit. Blutfette, Blutdruck, Fitness, Herzecho oder sonst was. Nichts dergleichen wurde geprüft oder beurteilt.

Wir haben also keine Betrachtung oder Aussage zur Gesundheit der Teilnehmer.

Voreingenommenheit

Bei so einer Studie muss man sich (leider) auch genau anschauen, wer hier führend ist.

In diesem Fall war es Dr. Walter C Willett, ein langjähriger Kollege und Freund von Dr. Ancel Keys. Ancel Keys war der Mensch, der in den 70ern die “Low Fat”-Welle in den USA und dann auch weltweit verursacht hat.

Ancel Keys hat die sogenannte 7 Länder Studie durchgeführt und damit “bewiesen”, dass ein direkte Zusammenhang zwischen geringem Fettkonsum und besserer Herzgesundheit und genauso zwischen hohem Fettkonsum und größerer Häufigkeit von Herzleiden besteht.

Dumm nur, dass Ancel Keys gleich in mehreren Fällen entlarvt wurde. Die Daten waren nicht direkt gefälscht, aber doch so stark gefiltert, dass das gewünschte Ergebnis erzielt wurde.

Ursprünglich war es nämlich eine 22 Länder Studie. Die Daten der Länder, die Keys’ gewünschtes Ergebnis nicht bestätigt haben, hat er kurzerhand aus der Studie entfernt. Eingedampft auf ganze 7 Länder mit passenden Ergebnissen.

Ein anderer, durchaus peinlicher Fall war, dass Keys die Daten in Griechenland während der 40-tägigen religiösen Fastenzeit erhoben hat. Das hat die Daten schwer verunstaltet.

Und zu guter letzt ist mittlerweile klar, dass Wissenschaftler im Umfeld von Ancel Keys, und möglicherweise auch er selbst, im Jahr 1967 Geld von der Zuckerindustrie genommen haben. Zweck war natürlich die Studie so zu gestalten, dass Fett der Übeltäter in puncto Herzgesundheit und ist Zucker aus der Schusslinie genommen wird.

Hierzu gibt es auch eine recht ausführliche Berichterstattung und der deutsche Wikipedia-Artikel zum dem Herrn gibt hier ein paar interessante Einblicke, der englische Artikel ist jedoch deutlich ausführlicher.

Was hat das jetzt mit Walter Willett zu tun?

Naja, Willett entstammt dem Dunstkreis und der Ideologie von Ancel Keys und verfolgt dieselben Ziele.

Das ist auch der Grund für die Rosinenpickerei bei den Daten und bei der Auswahl und beim Ausschluss der Teilnehmer. Welchen anderen Grund sollte es wohl geben?

Wird Willett auch von der Zuckerindustrie geschmiert? Wir wissen es nicht und machen uns unsere Gedanken im stillen Kämmerlein.

Aber wir wissen, dass der Mann alles behaupten darf. Er ist unantastbar was Ernährungsfragen anbelangt und sitzt in seinem Harvard-Elfenbeinturm.

Ob sich das demnächst ändert?

Prognose der Lebenserwartung

Das ist ja auch eine tolle Methode zur Bestimmung von Studienergebnissen.

Ich zitiere: For example, we estimated that a 50-year-old participant with intake of less than 30% of energy from carbohydrate would have a projected life expectancy of 29,1 years, compared with 33,1 years for a participant who consumed 50–55% of energy from carbohydrate (difference 4·0 years [95% CI 2·6, 5·3])”

Auf Deutsch: “Wir haben beispielsweise geschätzt, dass ein 50 Jahre alter Teilnehmer mit einer Kohlenhydrataufaufnahme von weniger als 30% eine projizierte Lebenserwartung von 29,1 Jahren hat, verglichen mit 33,1 Jahren bei einem Teilnehmer der 50-55% der Energie aus Kohlenhydraten bezieht (Differenz 4,0 Jahre).”

Ja genau, “wir haben geschätzt” und “projizierte Lebenserwartung”.

Merkst du was? Alle Schlagzeilen in den Medien die uns so verrückt machen beziehen sich auf genau diesen Absatz der Studie.

Und diese Schätzung auch noch OHNE klinische Studie, ohne Beurteilung des Gesundheitszustandes – nur aufgrund der Lebensmittelprotokolle, wie oben beschrieben?

Ich bin kein Wissenschaftler, aber für mich disqualifiziert das die Ergebnisse völlig. Und auch die Kompetenz der Wissenschaftler, die das verbrochen haben. Kannst du das ernstnehmen?

Fazit zur Studie und zur Analyse

Ich will da jetzt eigentlich gar nicht so viel drüber schreiben, aber ich fasse es gerne nochmal als TL;DR zusammen.

  • Die Daten wurden von den Analysten gekürzt und zugeschnitten
  • Teilnehmer, die nicht dem gewünschten Ergebnis entsprechen, wurden aus der Analyse entfernt
  • Studienleiter und vermutlich auch andere Teilnehmer sind voreingenommen, die Beziehung zu Ancel Keys ist bekannt
  • Es ist KEINE Low Carb Studie, das kam gar nicht vor
  • Es gab im Prinzip keine nutzbaren Ergebnisse, nur Schätzungen und Prognosen, die wieder auf Schätzungen und nicht auf medizinischen Tests beruhen
  • Die Datenerhebung war im Prinzip “was haben sie denn im letzten Jahr vermutlich so gegessen?” als Fragebogen

Entschuldige bitte nochmals, aber ich kann das nicht ernst nehmen. Erschreckend ist dagegen ist die …

Reaktion der Medien

Kohlenhydratreduzierte Ernährung oder Low Carb sind in aller Munde und ein großes Thema für viele Onlineportale und Zeitschriften. Das ist nichts Neues.

Und wenn man dann ein Thema hat, das gegen den aktuellen Trend spricht oder sogar Katastrophen prognostiziert, dann hat man eine Schlagzeile, die Aufmerksamkeit verursacht.

Magazine wie „The Lancet“, also Betreiber von ernst zu nehmenden Wissenschaftsjournalismus, haben früher geprüft, was veröffentlicht wurde. Da hat sich eine redaktionelle Fachkraft mit wissenschaftlichem Hintergrund hingesetzt und den Mist erstmal gelesen. Und dann beurteilt und in sehr vielen Fällen abgewiesen und zurückgeschickt, weil einfach solche Sachen wie da oben nicht gepasst haben und nicht stimmig waren.

Das scheint sich aber verändert zu haben, denn dieser pseudowissenschaftliche Durchfall ist ruck zuck auf die Öffentlichkeit losgelassen worden.

Dass sich alle möglichen Nachrichtenabschreiber wie Bild/T-Online und alle Fitness- und Ernährungsportale wie die Geier auf die Schlagzeile stürzen und damit schnell Views und Werbeeinnahmen erzielen wollen ist ein ganz anderes Thema. Die verdienen mit dieser Art von Hiobsbotschaften ein Heidengeld, aber das ist das Geschäftsmodell, da will ich mich nicht mal drüber beschweren. Auch wenns traurig ist und sehr, sehr kontraproduktiv für die allgemeine Wissenslage ist. Aber ein mündiger Bürger sollte auch wissen, dass man der Boulevardpresse nicht “einfach mal so” trauen sollte.

Verschwörung?

Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Gar nicht.

Aber wenn ich mir ein paar dieser Punkte anschau, dann frag ich mich schon was grade los ist.

  • Prof. Michels aus Freiburg veröffentlicht einen Vortrag zum Thema “Kokosöl und andere Ernährungsirrtümer”. Fat-shaming pur und lange überholte Behauptungen. (mittlerweile wurde das originale Video hierzu lustigerweise auf YouTube gelöscht, sonst würden wir es hier verlinken)
    • Die Massenmedien stürzen sich darauf und verbreiten es
  • Harvard Medical führt eine wertlose und nicht haltbare Studie, die kohlenhydratarme Ernährung diffamiert und niemand kann sich wirklich beschweren, weil Harvard Medical und Walter C. Willett quasi unantastbar sind
    • The Lancet postet diesen völligen Müll um Low Carb schlecht zu machen und berufen sich dabei natürlich auf Harvard Medical
      • Die Massenmedien nehmen das Ding logischerweise auf.

So und jetzt der Knaller… rate mal wo Frau Dr. Michels ihre Ausbildung absolviert hat? Ich sag mal nur: https://www.hsph.harvard.edu/karin-michels/  da.

Was haben die vor, die von der ? Und wer bezahlt die?

Diskutiert das doch einfach mal in den Kommentaren, ich bin auf eure Meinungen gespannt. Rückfragen zum Artikel natürlich auch gerne in den Kommentaren, wenn ich irgendwas klarstellen oder ergänzen muss :)

liebe Grüße
Nico

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Und ich hoffe schwer, dass das funktioniert, weil Spaß machen wird’s vermutlich schonmal nicht.

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Was ist dran am Kilokick? Wenn du dich schonmal gefragt hast, wie es funktionieren soll, dass eine Mahlzeit 1 Kilo Fett in einer Nacht abbauen soll, dann habe ich die Antwort für dich. Die Antwort ist „geht nicht“ und ich kann es auch beweisen. Das macht aber den Kilokick noch nicht zu einer schlechten Mahlzeit – es ist nur kein Wundermittel. Aber lecker :)

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9 Kommentare

  1. Sehr gute Analyse. Es gibt auch ein paar Youtube-Kanäle, die diese Studie ausführlich in der Luft zerreissen („What i’ve learned“ z.B.).
    Aber dieser Schindluder zieht sich ja durch die ganze Industrie.
    Die DGE hält ja immer noch an der Ernährungspyramide aus den 1950ern fest, obwohl mittlerweile so viel dagegen spricht.
    Das schlimmte ist aber folgendes: Die American Heart Association und das Krebs-Äquivalent in den USA geben Ernährungstipps, die nur zu einem führen: Das die Leute mehr Krebs und mehr Herz-Probleme haben.

    Ich denke schon das hier eine „Verschwörung“ vorliegt, denn Keto-Ernährung kostet nichts, aber einen Krebskranken zu behandeln, ihn zu bestrahlen und ihn mit Chemo zu vergiften, dass bringt pro Patient 50-250k. die Leute sterben zwar trotzdem, aber hey, zumindest hat es noch Geld abgeworfen.

    Hierzu ein gutes Video was ich gestern gesehen habe:

    https://www.youtube.com/watch?v=O-fuPaB2wQo

    Antworten
    • Hi Sascha,
      nuja, die ganzen Gesundheitsorganisationen müssen sich halt irgendwie selber am Leben halten. Wenn keiner mehr krank wird…. *g*
      Nein, Spaß beiseite – ich kann schon nachvollziehen, dass die aus mehreren Gründen nur sehr langsam an neue Ideen glauben. Wer gibt schon gern zu, dass man 50 Jahre lang Mist erzählt hat und – offen gesprochen – hundertausende von Leuten damit umgebracht hat? Das ist ein blödes Argument, aber eine menschliche Reaktion. Naja und es steckt halt auch eine Menge Geld in der Pharma… *schulterzuck*

      What I’ve learned kenne ich gut und ich verschlinge Joe’s Videos nahezu täglich, weil die halt auch saugut gemacht und gut recherchiert sind. Ich prüfe zwar immer nochmal, wenn ich was Neues von ihm höre/lerne, aber meistens kann ich da zu fast 100% zustimmen. Carnivore ist zum Beispiel ein aktuelles Thema bei uns, da bin ich noch sehr skeptisch, aber interessiert. Nur ob ich da Lust drauf hab, weiß ich noch nicht so richtig ;)

      Das Video kommt bei mir auf die „Später anschauen“-Liste und ich bin mir grade etwas unsicher, ob ich das nicht schon vor einiger Zeit gesehen habe… egal, Lustigs „Sugar, the bitter truth“ hab ich mir vermutlich 10x angeschaut ^^ (das war übrigens unsere allereste Infoquelle zum Thema Ernährung bei der Umstellung, empfohlen von unserem *Hausarzt*!)

      viele Grüße
      Nico

      Antworten
  2. Danke für diese ausführliche Erklärung Nico. Ich gebe Dir da absolut recht und bin sowieso spätestens seit dem Film „The magic Pill“ der Meinung, dass die Bevölkerung seit Jahrzehnten dumm gehalten wird, weil die Pharmaindustrie ja sonst nicht auf ihre Kosten kommen würde… Traurig aber wahr, aber Gott sei Dank gibt es noch Menschen auf der Welt, die das checken und zusammenhalten und sich vor allem gegenseitig informieren. Einen dicken Daumen nach oben dafür!

    Antworten
    • Hallo Jenny,

      „the magic pill“ hab ich auch gesehen, fand ich echt gut :) Für die große Pharma steht schon arg viel auf dem Spiel, aber ich fürchte fast, dass die sich keine großen Sorgen machen müssen, da leider nur ein kleiner Teil der Bevölkerung die eigene Gesundheit selber in die Hand nehmen wird. Aber wir tun unser Bestes :D
      liebe Grüße
      Nico

      Antworten
  3. Hallo Nico,

    wundert dich das wirklich noch? Es heißt doch nicht umsonst: Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast. Und Beispiele dafür gibt’s doch wie Sand am Meer – selbst für den „Beweis“, dass Tabakrauchen nichts mit Lungenkrebs zu tun hat. Ist den Autoren und ihren Geldgebern schon längst mit Getöse um die Ohren geflogen, aber hat sich irgendwas an der Praxis geändert? Da gibt’s einen Sturm im Wasserglas, und dann wird munter weitergemacht. Man baut auf die Vergesslichkeit des Konsumenten, und damit ist man offenbar sehr erfolgreich.

    Doch sind wir diesen Machenschaften wirklich so schutzlos ausgeliefert? Die Natur hat uns doch schließlich mit drei Pfund Hirnmasse bestückt, damit wir diese auch mal benutzen. Das ganze Phänomen „Mensch“ beruht nämlich – man höre und staune – auf ganz fundamentalen Naturgesetzen aus Physik und Chemie. Und wer in der Schule aufgepasst hat, dem dürften viele dieser Naturgesetze schon mal nicht so ganz fremd sein. Und den Rest kann man ganz einfach in der Wikipedia nachlesen – der Stoffwechsel des Menschen ist nämlich schon bis ins kleinste Molekül erforscht. In ebendieser Wikipedia findet man übrigens unter https://de.wikipedia.org/wiki/Insulinresistenz#Insulinresistenz auch die Passage „… weil Insulin das einzige Hormon ist, das Körperfett aufbaut (adipogene Wirkung des Insulins)“. Wer das einmal richtig verinnerlicht hat, der braucht eigentlich gar nicht weiterzulesen.

    Wem das zu theoretisch ist, der darf auch gern die Evolution bemühen. Da trifft man dann auf Lebewesen, denen es gelungen ist, sich fortzupflanzen, bevor sie gefressen wurden, und andere, die nicht so viel Erfolg hatten, die sind dann eben irgendwann von unserem Planeten verschwunden. Und wie haben Erstere es geschafft, wenn sie keine Zähne hatten, mit denen sie ihren Fressfeind totbeißen konnten, und keine schnellen Beine, mit denen sie vor ihm fliehen konnten? Richtig! Indem sie das Wertvollste, was sie hatten, nämlich die Samen, mit Gift vollpumpten, um ihren Fressfeinden zumindest so richtig den Magen zu verderben – oder am besten ihm gleich den ganzen Darm zu zerschießen. Und wir Menschen hatten vor ca. 14.000 Jahren nichts Besseres zu tun, als diese Giftschleudern zu kultivieren und immer nahrhaftere (und giftigere) Sorten zu züchten, um damit einen großen Teil unserer Ernährung abzudecken. Welche Folgen das für die Menschheit hatte (und immer noch hat), kann man ebenfalls in der Wikipedia nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Neolithische_Revolution#Folgen_der_Entwicklung – und dort ist es noch sehr dezent beschrieben.

    Oder wie wäre es mit ein wenig Mathematik (keine Angst, nur kleines Einmaleins)? Was ein Blutzuckerwert oberhalb von ca. 120 mg/dl (also grob gesagt: Diabetes) langfristig für katastrophale Auswirkungen auf unseren Körper hat, ist ja allgemein bekannt. Wenn man nun davon ausgeht, dass der Mensch im Schnitt über ca. fünf Liter Blut verfügt und ein minimaler Glukosewert von ca. 60 mg/dl schon voreingestellt ist, bleiben also noch 60 mg/dl, also hochgerechnet drei Gramm Glukose, um diese Spanne komplett aufzufüllen. Alles, was darüber hinausgeht, ist Gift! Das muss schnellstens raus aus dem Blut. Aber wohin damit? Die Glykogenspeicher sind rappelvoll (oder haben wir heute schon gejagt?), Muskeln und Hirn laufen auf Sparflamme. Aber zum Glück gibt’s da noch die „adipogene Wirkung des Insulins“ – der auf Jagen, Flüchten und Hungern getrimmte Körper des Steinzeitmenschen lässt ja nichts verkommen …

    Wozu also noch Studien, wenn eh schon alles erforscht und bekannt ist? Seien wir nicht ungerecht – auch ein Wissenschaftler hat eine Familie zu ernähren und sein Häusle abzuzahlen. Und die Firmen, die diese Jobs finanzieren, werden gegenüber ihren Aktionären schwer in Erklärungsnöte kommen, wenn sie in Projekte investieren, die ihnen letztendlich den Umsatz kaputt machen. Also lassen wir sie machen und benutzen wir unseren eigenen Kopf. Das Wissen liegt uns zu Füßen, wir müssen es nur noch aufsammeln und für uns die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen. Diese Verantwortung für unser eigenes Leben nimmt uns allerdings niemand ab.

    Schönes Wochenende wünscht euch
    der Krümelkekskoch

    Antworten
    • Hallo Krümelkekskoch,

      du hast natürlich im Prinzip recht: wir leben alle in Eigenverantwortung. Aber die Realität sieht halt so aus, dass nicht jeder Zeit und/oder Kompetenz hat jede Studie oder anders geartete Information selber zu prüfen und zu zerlegen. Daher finde ich es schon wichtig, dass jemand in einem Fachgebiet in dem er sich auskennt, Dinge wie diese fragliche Harvard Medical Studie mal kritisch beobachtet und in Alltagssprache übersetzt und auf die wesentlichen Punkte eindampft – vor allem wenn es um solch katastrophal bescheuerte Ergebnisse geht, die ganz offensichtlich zweckgebunden erzeugt wurden.

      Studien sich haben schon ihren Sinn, aber halt nur dann, wenn die dahinterstehenden Wissenschaftler wirklich unvoreingenommen sind und auch neutral forschen – sprich: ohne Einfluß einer Interessengruppierung. Da kommen dann auch tatsächlich (manchmal) wertvolle Ergebnisse raus.

      Früher gab es mal eine Berufsgruppe, die sich Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und alle anderen Gebiete vorgenommen haben und Informationen, Tagesgeschehen und Handlungen kritisch unter die Lupe genommen haben und für die normale Bevölkerung zusammengefasst haben. Und vor allem, Leute aus diesen durchleuchteten Gebieten dann an den Pranger gestellt haben, wenn sie Schindluder getrieben haben. Das waren dann „Journalisten“.

      Diese Kunst ist in den Medien aber abhanden gekommen, denn diese Medien sind heute nur noch die Sprachrohre eben dieser Big Player – ohne eigene Meinung und vor allem ohne eigenen Anspruch an Wahrheit oder Genauigkeit.

      Diese Aufgabe müssen nun wir Blogger so gut es geht erfüllen. Ich stelle mich nicht auf eine Stufe mit einem handfesten Investigativjournalisten, aber ich fühle mich verpflichtet derartige Studien mal am Kragen zu packen und durchzuschütteln, soweit ich dazu in der Lage bin. Weil wenn jeder sich darauf verlässt, dass alle mündigen Bürger „selber groß“ und „eigenverantwortlich“ sind, dann gewinnen nämlich die Bösen zwangsläufig.

      Und was das Wissen anbelangt: jeder kann selber alles lernen. Aber vorher muss es jemand aufschreiben und zur Verfügung stellen. Das tun wir hier :)

      liebe Grüße
      Nico

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      • Unbestritten. Es gibt viele unter uns, die mit der Materie noch nicht so vertraut sind, und für die sind solche „offiziellen“ Aussagen mitunter schockierend. Da ist es gut, wenn sich mal jemand findet, der die Tatsachen vom Kopf wieder auf die Füße stellt.

        Nur ist leider nicht immer gleich ein Blogger zur Stelle, wenn mal wieder so ein Professor die Welt mit einer sensationellen Studie beglückt hat. Schon von daher denke ich, dass eine gute Portion eigenes Grundwissen eine solide Basis ist, um solche Studien besser zu verstehen und die oftmals darin enthaltenen Manipulationen zu erkennen. Man muss dabei gar nicht mal so tief in die Materie eintauchen – meistens reicht es schon, sein Schulwissen zu reaktivieren. Und wo es noch klemmt, hilft die Wikipedia gern aus. Bei mir hat es ein einziger Satz gemacht, der mir vor knapp zwei Jahren (als militanter Fettverächter und 40 Kilo schwerer als heute) mein ganzes Leben umgekrempelt hat: „… weil Insulin das einzige Hormon ist, das Körperfett aufbaut …“.

        Freilich, ein bisschen Mühe macht es schon, sich das Wissen anzueignen. Aber mal ehrlich, wenn ich alter Zausel das noch kann, sollte es doch für jemanden, der vielleicht halb so alt ist wie ich, erst recht möglich sein. Es geht hier schließlich um das eigene Leben, und das sollte die Mühe doch wert sein – zumal wenn man die Zeit, die man dafür opfert, als gewonnene Lebenszeit wieder zurück bekommt. Ich musste mir mein heutiges Wissen auch Stück für Stück selbst erarbeiten und manch heftigen Gegenwind aushalten. Aber ich habe keine einzige Minute jemals bereut. Und die „Bösen“ beißen sich mittlerweile an mir die Zähne aus.

        Trotzdem bin ich immer wieder gern dabei, wenn du mal wieder eine provokante Schlagzeile fachgerecht zerlegst. Und falls ich mal wirklich nichts dazulernen kann (rein theoretisch, da bisher noch nicht vorgekommen), gibt’s ja immer noch eine B-Note, und die ist auch jedesmal ganz ordentlich.

        Sonnige Grüße
        Krümelkekskoch

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  4. Hast du sehr gut geschrieben. :)
    Ich bin auch davon überzeugt das Pharma- und Nahrungsindustrie zu 1000% zu ihren Gunsten zusammenarbeiten………..

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    • Hallo Evi,

      absolut. Die Pharma hat schließlich heute ausschließlich wirtschaftliche Interessen und genau so viel oder noch mehr Macht, wie jeder andere globale Big Player. Schade nur, dass das den Menschen tatsächlich an die Gesundheit geht.

      lg
      Nico

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