Salat-Tacos – so einfach wie’s nur geht

Unsere Salat-Tacos waren wieder mal ein Auswuchs von „Ich weiß nicht was ich kochen soll, ich pack mal irgendwas ein“. Während des Einkaufs formte sich dann langsam ein Gedanke, dann eine Gewissheit. Ich werde Sachen auf Salat legen!

Ich würde ja jetzt gerne sowas wie „Spaß beiseite.“ schreiben, aber das macht wenig Sinn, weil ohne Spaß ist das Leben öde und außerdem wäre es brutal gelogen. Ist wirklich so passiert und wurde mehrfach wiederholt.

Der Druck der sozialen Netzwerke

Vroni hat unser Impro-Abendessen, die Salat-Tacos nämlich, in unserer Facebook Gruppe Easy Peasy Low Carb Rezepte gepostet, auf die wir mit mittlerweile über 5.000 Mitgliedern mächtig stolz sind, gepostet. Das kam an bei den Mitglieder, wir haben nicht viele Beiträge, die ähnlich viel Zuspruch erhalten hatten. Dabei wollten wir doch eigentlich nur mal wieder zeigen, was es bei uns zum Abendbrot gibt: Salat-Tacos.

Naja, nach kurzer Zeit wurde dann nach dem Rezept geschrien. Und hier ist es, in voller Pracht und mit Scheißton. Während der Aufnahme ist nämlich ein Mikro ausgefallen und ein weiteres hat aus irgendwelchen Gründen auch nicht aufgenommen. War wohl grad im Wochenende :/ Am Ende blieb dann nur der Ton meines Lavalier an der Brust und das ist nicht so der Hammer, wenn da alle Töne reinsollen…

Wir haben dem „Druck“ aus der Gruppe jedenfalls nachgegeben und das Rezept prompt verfilmt. Und dabei übrigens extra unseren Drehplan umgeworfen, für die Salat-Tacos und für euch. Eigentlich waren ganz andere Dinge geplant, aber näh. Ging nicht.

Aber allen Hürden zum Trotz: hier sind Sie, unsere Salat-Tacos.

Zurück in die Ketose

Wir haben uns zwar schön brav unsere Low Carb Regeln gehalten, vom einen oder andere Geburtstag mal abgesehen und Prag war auch… sagen wir mal: schwierig. Aber alles in allem und 95% der Zeit waren wir ja schon brav. Trotzdem, ich persönlich habe das Gefühl, dass es mir in der Zeit als wir Keto gemacht haben noch besser ging. Ich war fitter und die weitere Abnahme ist auch leichter gefallen.

Daher habe zumindest für mich selbst beschlossen, dass ab jetzt (besser gesagt: ab gestern) wieder Keto angesagt ist, und zwar mindestens für ein paar Wochen, wenn nicht sogar ein paar Monate. Werden sehen, werde berichten.

Die Salat-Tacos sind übrigens kein schlechter Einstieg dafür. Recht ordentlich Fett und sehr wenige Kohlenhydrate, nämlich nur 2g pro Stück – die roten Paprika sind vielleicht noch etwas hinderlich, nächstes Mal gibt’s dann halt Grüne.

Zurück in die… was?

Ketose. Mancher wird mich dafür hassen – Marina Lommel von foodpunk.de, Julia Tulipan von paleolowcarb.de und vermutlich auch Karen Wiltner von living-keto.de – aber ich nenne Ketose gerne „Hardcore Low Carb„.

Normales Low Carb hat ja eine ziemliche Bandbreite an Regelwerk und vor allem „erlaubter“ Kohlenhydratmenge. Es gibt kein Gesetzbuch in dem steht, was exakt Low Carb ist und was nicht. Wir sprechen allgemein von „wenig Kohlenhydraten„. Dabei kann „wenig“ irgendwie alles heißen, nur irgendwie nicht Tiefkühlpizza. Einige Regeln ergeben sich für diejenigen, die es ernst meinen automatisch, darunter Verzicht auf Getreide und Zucker. Aber viel mehr lässt sich ja schon gar nicht mehr verallgemeinern.

Ketose bzw. korrekt: ketogene Ernährung ist da etwas anders, strenger. Als Ketose bezeichnet man einen bestimmten Stoffwechselzustand, ich nenne das mal laienhaft „Fettstoffwechsel„. In diesem Zustand werden wir übrigens geboren, hab ich gelesen.

Fettstoffwechsel – Pril für die Hüfte, Tiger im Gehirn

Damit kriegen Sie ihr Fett weg!„, so hat das Geschirrspülmittel Pril getitelt als ich noch jung und dumm war. Jetzt bin ich zumindest nicht mehr jung und kann mich daran zurückerinnern.

Die wirkliche Fettverbrennungsmaschine ist aber natürlich unser Stoffwechsel. Noch viel besser funktioniert das, wenn man seinen Körper darauf zurücktrainiert, Fett als Treibstoff zu verwenden – statt Glukose. Der „normale“ Glukosestoffwechsel nämlich auch während moderater Low Carb Ernährung noch präsent, wir verbrennen immer noch den Zucker im Blut zur Energiegewinnung. Es gibt natürlich auch Low Carb Varianten mit entsprechend strengem Regelwerk, die direkt auf Ketose abzielen und einen auch dahin bringen. LCHF ist so ein Kandidat und funktioniert auch gut, man braucht aber Disziplin dafür.

Die Besonderheit daran ist, dass die KH-Zufuhr in der ketogenen Ernährung so gering wird, dass dein Körper nicht genügend Energie aus der Glukose gewinnen kann und dann tatsächlich dazu übergeht Nahrungsfett und Körperfett durch [mittelmäßig komplizierter chemischer Prozess] in Ketokörper umzuwandeln. Diese Ketokörper sind als Treibstoff für Muskulatur und Gehirn deutlich effektiver als Glukose. Und solange du auch nur ein paar Prozent Körperfett hast, hast du auch immer was zu futtern dabei. Und übrigens auch keinen Hunger, hab ich selbst probiert.

Der andere Effekt, den ich selbst schon festgestellt habe, ist erhöhte geistige Leistungsfähigkeit und Klarheit. Ich weiß gar nicht warum wir damit aufgehört haben.

Ich will jetzt hier gar nicht viel über die wissenschaftlichen Hintergründe der Ketose schreiben, da gibt es genug andere Blogs drüber – unter anderem die oben genannten.

Keto Basics – ein wenig schwammig

Ein paar Dinge sollte ich hier aber trotzdem über die Ketose schreiben und dich nicht ganz in der Luft hängen lassen.

Keto-Flu

Die Umstellung von „Zuckerstoffwechsel“ in „Fettstoffwechsel“ ist unangenehm. Unangenehm, vor allem bei den ersten 2-3 Mal, weil du durch ein schmerzhaftes Energietief gehst.

Dein Körper war jahrelang darauf eingestellt, Zucker zu verwerten. Bis er wieder lernt auf Fett umzusteigen vergehen einige Tage – in dieser Zeit kann es zu grippeähnlichen Symptomen kommen.

Damit meine ich natürlich keinen Schnupfen sondern extreme Mattigkeit/Müdigkeit, Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein und manchen Leute wird sogar etwas schlecht. Bei mir waren es 2 Tage moderate Kopfschmerzen – danach war gut. Ich habe aber auch schon von Leute gelesen, die eine 5-Tage Höllenwoche hinter sich hatten.

Eingeschränkte Lebensmittelauswahl

Wenn du in Ketose willst, dann ist nichts mit „mal ein Auge zudrücken“ und so. Wir sprechen davon KEINEN Zucker, KEIN Getreide und KEIN Obst zu essen. Nicht „wenig“, kein „ach, das eine Stück“, keine Ausnahmen – sonst klappt es nicht. Die meisten Menschen müssen unter 20g Kohlehydraten am Tag bleiben um in Ketose zu kommen. Auch Gemüse in strahlenden Farben kann da ein Problem sein. Tomaten, rote Paprika? Kannst du erstmal vergessen.

Gluconeogenese

Gluconeogenese beschreibt die Neubildung von D-Glucose aus Nicht-Kohlehydratvorstufen, die vor allem beim Proteinabbau entstehen. Heißt auf deutsch, wenn du zuviel Fleisch isst, vor allem proteinreiches und mageres Fleisch, wird aus dem Eiweißgehalt Zucker gebildet und deine Ketose geht zum Teufel. Wenn du damit überhaupt so weit kommst.

Fett ist Energie

Ob es dir schmeckt oder nicht – du wirst mindestens 70% deiner Tageskalorien aus Fett zu dir nehmen. Muss nicht unbedingt tierisches Fett sein. Avocados, Kokosfett und gutes Olivenöl sind super, aber trotzdem. Wer kein Fett mag wird sich umstellen müssen oder nach kurzer Zeit aussteigen. Zum Theme Tageskalorien: wenn du mitschreiben willst, wirst du feststellen, dass deine Energiezufuhr durch Nahrung ganz schön in den Keller gehen wird – von selbst.

Auch der Darm wird sich wundern

Der erste Einstieg in die Ketose wird… sagen wir mal „durchschlagenden Erfolg“ haben. Deine Verdauung wird gut funktionieren – zu gut. Wenn man nicht weiß, was auf einen zukommt wird man glauben, irgendwas wäre falsch. Wochenlanger Dünnpfiff ist bereits vorgekommen, vergeht aber – versprochen. Eigentlich wollte ich das Thema meiden, aber Ehrlichkeit und Ästhetik gehen halt manchmal getrennte Wege.

Nutzerberichte erwünscht

Warst du schon mal in Ketose oder hast du drüber nachgedacht? Berichte uns deine Erfahrungen, wenn du welche hast. Wenn du Fragen hast, darfst du sie auch gern stellen – ich antworte so gut ich kann, auch wenn ich nicht *der* Keto-Experte bin. Die eine oder andere Frage werde ich ggf. auch gerne an Marina oder Karen weiterleiten, wenn es zu spezifisch wird.

Irgendwie ging es im Artikel jetzt gar nicht so um Salat-Tacos, aber was solls. Ich schreib was mir einfällt.

Egal, unten kommt das Rezept. Video bindet Vroni irgendwo in den Text ein.

liebe Grüße
Nico

Songlist: Alles Fiddlers Green – Irish Rover, Once in a while, Cripple Creek, No more pawn, Strike back, The night Pat Murphy died, A Bottle a day (live), Tam Lin, Folk’s not dead, Empty pockets empty fridge, Charlie, Highland Road, Apology, Yindy, Victor and his demons, P stands for Paddy, Rocky road to dublin, Life full of pain, Down, A bottle a day, Blacksmith reel, A night in Dublin, Devil’s dozen, Bottoms up, Down, Boat an the river, Perfect gang, Leaving of Liverpool, Johnny, Bad boys, Blame it on me, All the way, Mr. Tickle, Here we go again, We won’t die tonight, Take me back

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Salat-Tacos - low carb und glutenfrei

Die angegebene Menge reicht gut für 2 Personen, die Stückzahl ist abhängig von der Größe der Salatblätter 🙂
Kategorie Salat
Art / Diät glutenfrei, Low Carb
Autor Nico
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Kochzeit 15 Minuten
Gesamtzeit 25 Minuten
Portionen 12 Stück
Nährwerte pro Portion
Kalorien 185 kcal
Kohlenhydrate 1.6 g (netto)
Ballaststoffe 0.4 g
Fett 15 g
Eiweiß 10 g

Zutaten

  • 300 g Rinderhackfleisch
  • 100 g Bacon
  • 30 g Butter *
  • 1 Zwiebel rot
  • 1 EL Tomatenmark *
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 100 g Cheddar selbst gerieben
  • 100 g Schmand
  • 12 Blätter Salat zB aus Salatherzen, Römersalat, Eisberg
  • 1/2 Gurke
  • 1 Paprika, rot oder andere Farben
  • Salz *
  • Pfeffer *
  • Paprikapulver, edelsüß *
  • scharfe Gewürze nach Geschmack

Anleitung

  1. Zwiebel schälen und in sehr dünne, halbe Ringe schneiden. Knoblauch schälen. Bacon in Stücke reißen oder schneiden.
  2. Baconstücke ohne Fett in einer beschichteten Pfanne bei mittelhoher Hitze anbraten, bis Fett ausgetreten ist. Dann die Zwiebel zugeben.
  3. Wenn die Zwiebel weich geworden ist und auch leicht Farbe angenommen hat, Hackfleisch dazugeben und krümelig anbraten. Wenn das Hackfleisch braun wird, Butter zugeben und einrühren. Knoblauch unterheben.
  4. Tomatenmark einrühren und mit den Gewürzen abschmecken.
  5. Gurke und Paprika in feine Streifen schneiden.
  6. Jetzt zusammenbauen: Salatblatt unten als "Taco". Einen Teelöffel Schmand auf das Salatblatt streichen, ein paar Streifen Gurke und Paprika darauf legen. Dann einen Esslöffel Hackfleisch darübergeben und 1-2 Teelöffel geriebenen Käse als Topping.
  7. Gegessen wird natürlich mit den Fingern, Besteck ist verboten. Zusammengebaut wird jedes Teil direkt am Esstisch - nicht vorbereiten, sonst geht der Spaß verloren.
  8. GUDN!
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Nico
Hi, mein Name ist Nico und ich bin hier der Koch und der Schreiberling. Das trifft sich ganz gut, weil das nämlich zwei Dinge sind, die ich gern tue und auch ganz gut kann: schreiben und kochen. Auch wenn ich bei beidem selten bei der Sache bleiben kann. Vroni und ich haben vor ein paar Jahren zunächst aus gesundheitlichen Gründen beschlossen, dass wir etwas an unserer Ernährung ändern müssen und Low Carb mit ein paar ketogenen Phasen war für uns die logische Wahl. Da wir irgendwann, zunächst zu meinem Leidwesen (aber nicht lange!), auch angefangen haben Kochvideos zu produzieren, muss ich mich jetzt auch regelmäßig kämmen und rasieren, was meine Frau aber dem Anschein nach nicht stört. Wenn meine Texte dich zum Schmunzeln bringen, dann hab ich alles richtig gemacht. Wenn nicht: das Rezept ist steht immer unten drunter. Da ich total schlecht im Verfassen von biographischen Texten über mich bin, gehe ich jetzt lieber wieder was anderes schreiben. Wenn du Fragen hast, stell sie. Wenn nicht, denk dir welche aus. -Nico

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