Was ist Low Carb und warum machen wir das?

von | 02. Jan. 2019 | Basiswissen Low Carb, Blog | 0 Kommentare

Infovideos für 2019

Wir haben es ja Ende letzten Jahres (also streng genommen vor ein paar Tagen…) bereits angekündigt. Wir ersetzen eines der wöchentlichen Rezepte durch ein Infovideo. Mittlerweile haben wir uns glaube ich darauf geeinigt, am Mittwoch den Fachbeitrag zu veröffentlichen und Samstag bei einem Koch- oder Backrezept zu bleiben.

Aber wenn man so eine Serie startet, dann sollte man von vorne anfangen. Uns ist natürlich bewusst, dass viele unserer 50.000 regelmäßigen Leser schon eine gute Ahnung von Low Carb haben – manche vielleicht auch mehr als wir. Aber vielleicht hilft es auch den alten Hasen, wenn man das Thema nochmal von vorn ausrollt und den einen oder anderen Aspekt beleuchtet, den du vielleicht nicht so präsent hattest?

Egal, wir versuchen es mal.

Ganz, ganz, ganz von Anfang an

Im aktuellen Beitrag und vor allem im Video geht es uns erstmal darum, zu beleuchten, wer dieser Herr Low Carb eigentlich ist und vor allem auch was es nicht ist.

Da das unser Blog ist und wir hier Redefreiheit haben, bringen wir natürlich auch unsere Meinung und Sichtweisen stark mit ein. Und wir erzählen, wie wir dahin gekommen sind. Wie alles angefangen hat und warum.

Der Herr Low Carb

Der Begriff “Low Carb” wird ja von jedem im Internet und zusätzlich in 1000 Büchern und Zeitschriften vermarktet und verunstaltet. Dabei ist das Prinzip wirklich sehr einfach.

“Low” ist das englische Wort für “niedrig” oder “wenig” und “Carb” ist kurz für “Carbohydrate”, was einfach das englische Wort für “Kohlenhydrat” ist. Also “wenig Kohlenhydrate” oder “niedrige Kohlenhydrate”. Das ist im Grundsatz auch schon das ganze Prinzip. Weniger Kohlenhydrate essen als “normal” ist.

Und an dieser Stelle beginnt auch ein bisschen das Problem. Kein Mensch sagt dir, wie viel “normal” ist und wie viel dann “wenig” sein könnte. Geht auch gar nicht, weil es ja kein Ernährungsgesetzbuch oder sowas gibt.

Klar, es gibt Empfehlungen und Durchschnittswerte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht äußerst unscharf von Größen wie 50% der täglichen Kalorienzufuhr – was bei 2.000 kcal ca. 240 g entspricht. Man findet generell Angaben von 200 bis 250 g bei der DGE, mal mehr und mal weniger.

Die Realität der traditionellen, westlichen Industriediät sieht natürlich etwas anders aus. Tageskonsum oberhalb von 300 – 400g können hier schon als gängig gelten, Ausreißer oberhalb von 600 g sind aber auch keine Seltenheit. Und wir sind nicht mal in den USA, wir sind in Deutschland, wo wir uns tendenziell gesünder ernähren. Glaub ich.

Was ist dann jetzt “wenig”?

Schwer zu sagen. Im Prinzip ist alles unter 150 g oder so schon wenig(er). Aber so richtig definiert ist das halt nirgends. Angaben reichen im Prinzip von 30 g bis 150 g pro Tag oder auch prozentuale Angaben von 5 % bis 25 % – immer gemessen an der täglichen Energieaufnahmen, nie am Nahrungsgewicht (das wär nämlich Käse). “Wenig” ist also auch ziemlich schwammig und immer irgendwie gleichzeitig richtig und falsch.

Denn wenn es dann definiert ist, dann ist es kein einfaches Low Carb mehr, sondern bereits eine Unterform. Irgendeine Diät oder Ernährungsform, die von Low Carb abgeleitet ist. Heißt also, wenn jemand Low Carb mit Regelwerk macht, dann ist es eigentlich eine Unterform.

Weil Low Carb einfach nicht vorgibt, was du essen solltest oder was du lassen solltest. Auch nicht wie viel, wie oft oder irgend etwas anders. Es ist nur eine Idee.

Wie der Begriff “Sport”. Alle wollen irgendwie “Sport” machen, aber das was man dann am Ende tatsächlich macht, ist nicht “Sport”, sondern man geht joggen, radfahren, spielt Fußball oder Tennis, geht ins Fitnessstudio oder Schwimmen. Klar ist das alles Sport, aber das was man tut, ist immer eine spezifische Art.

So ist das bei Low Carb auch.

Und daher muss man sich für eine bestimmte LC-Unterform entscheiden, die dann die genaue Art umschreibt und reglementiert. Das kann Glyx oder Logi sein, das kann South Beach sein oder LCHF. Oder gleich . Da gibt es Makroziele, Phasen, Lebensmittellisten – etwas, an dem man sich festhalten kann.

Oder natürlich unser Konzept, unser Low Carb Lifestyle, den wir über die letzten Jahre für uns entwickelt und weiterentwickelt haben.

Genau darum, also unsere subjektiven Sichtweisen und Erfahrungswerte wird es in den nächsten Wochen und Monaten also gehen. Und natürlich auch um harte Fakten, die nichts mit Meinung zu tun haben, sondern einfach mit Wissen und Weiterbildung.

Wie alles für uns begonnen hat

Eine wichtige Komponente für eine solche Umstellung oder Änderung des Lifestyle ist Motivation. Damit meine ich die Motivation, die dich dazu bringt, damit überhaupt anzufangen. Der Grund.

Unser Grund war erstmal ich (Nico). Ich war beim Arzt zum gesamten Gesundheitscheck und das war eine blöde Idee, weil ich hatte eigentlich keinen Bock auf schlechte Nachrichten. Davon gab es aber doch so einige.

Und das war auch kein Wunder, weil ich war fett und krank. Ok, dass ich fett war, wusste ich schon vorher, aber krank? Ich doch nicht, ich war unkaputtbar.

Mein Arzt hat das aber irgendwie anders gesehen. Fettleber, sehr hoher Blutdruck, sehr schlechte Blutwerte und auf dem Sprung zur Typ 2 Diabetes. Und wenn es so weitergegangen wäre, dann verkürzte Lebenszeit. Und wir sprechen nicht von 3 bis 5 Jahren, also 90 statt 95, wir sprechen von Schlaganfall oder Herzinfarkt mit Mitte oder Ende 40, wenn nicht früher.

Uncool. Aber ich bin froh, dass mein Hausarzt das Thema nicht mit Samthandschuhen angefasst hat, sondern mir deutlich vermittelt hat, worum es geht und wo die Probleme und Aussichten gerade liegen.

Das ist ein ziemlicher Schock fürs System, vor allem wenn man sich mit der Vorstellung durchs Leben rollt, dass man ein bisschen Übergewicht hat und nicht besonders fit ist, aber sonst eigentlich gesund. Aber machen wir uns mal nichts vor: 133 Kilo bei 1,83 m Körpergröße sind nicht “ein bisschen Übergewicht”, das ist schwere Adipositas. Keine 100 Meter joggen können und gerade noch so Schuhe binden (mit Stuhl oder Schemel und hochrotem Kopf) ist auch nicht “nicht besonders fit”, das ist eine Katastrophe.

Wenn man aber genug zu tun hat und sich mit anderen Dingen beschäftigt, dann kann man das alles ganz gut wegignorieren und sich die Situation schönreden. Wenn man überhaupt darüber redet.

Aber damit war halt dann Schluss. Ich war und bin gut darin, unangenehme Situationen zu ignorieren, aber ich war nicht so blöd, auf diesen Gong vom Arzt mit Untätigkeit zu reagieren.

Bei Vroni hat es im Prinzip ganz ähnlich ausgesehen. Sie war nicht so sehr auf dem Weg zur Herzkrankheit wie ich, aber gesund ist auch anders. Sie ist knapp 1,60 m groß und hatte so 84 kg zur genannten Zeit – das war übrigens alles im ersten Quartal 2014 – und das ist natürlich auch viel zu viel.

Aufziehen, loslassen, zuschauen…

Unser Hausarzt kennt uns beide ziemlich gut, da wir gegenseitige Kundschaft waren. Wir haben uns um seine Computer und Handys gekümmert und er sich um unsere Gesundheit.

Daher hat er gewusst, wie er bei uns handeln muss, damit wir einen Ansatzpunkt haben. Im Prinzip hat er uns nur den Begriff “Keto” oder “ketogene Ernährung” und ein erstes Video von Robert Lustig auf den Weg gegeben, nämlich “Sugar: the bitter truth” auf YouTube. Und dann gewartet, was passiert.

Naja und wie sich das ganze dann entwickelt hat, sieht man ja bis heute. Zusammen knapp 60 kg abgenommen, Blog gestartet, YouTube und persönliche Weiterbildung.

Wir sind zwar mit keinem der Punkte an einem Ziel angekommen, bei dem wir sagen würde “OK, so kann’s bleiben”, aber wir sind auf einem guten Weg.

Uns hat sich mit der Zeit auch unser “Warum”, also unsere Motivation, weiterentwickelt.

Erst war es nur “abnehmen und gesund werden”. Später wurde es “weiter abnehmen, gesund bleiben und fit werden”. Und jetzt ist es “weiter abnehmen, lange leben und anderen beibringen, wie das geht”.  

Du brauchst ein warum!

Was ich eigentlich damit sagen möchte, ist, dass du einen Grund brauchst und auch ein klares Ziel, wenn du deine Ernährung umstellen willst. Eine Ernährungsumstellung macht man nicht nebenbei oder einfach mal so. Das gilt für jedes größere Vorhaben.

Wenn du keinen Grund hast, dann bleibst du nicht dabei. Nein, du fängst nicht mal damit an – warum auch? Steckt schon in der Rückfrage.

Um erfolgreich etwas zu bewirken, brauchst du mentales Rüstzeug. Und damit meine ich nicht eiserne Disziplin oder übermenschliche Leistungsbereitschaft.

Du brauchst einen Grund, einen Auslöser, den Aha-Moment, der dich dazu bringt JETZT tätig zu werden.

Du brauchst ein Ziel, auf das du hinarbeitest. Wer kein Ziel hat, wird niemals irgendwo ankommen.

Und du brauchst einen Weg. Einen Satz Regeln, an die du dich halten kannst. Wer ein Ziel hat, aber nicht weiß, wo es hingeht, wandert genauso sinnlos durch die Gegend, wie der ohne Ziel.

Ein schlechter Grund: meine Kollegin ist schön schlank, ich will auch!

Das ist kein echter Grund, das ist bloß Neid. Einen echten Grund vergisst du nach der Mittagspause nicht wieder.

Ein guter Grund: ich will fit und gesund bis ins hohe Alter sein und so wie ich jetzt bin, klappt das nicht!

Wenn du das einsiehst, dann kann das schon motivieren. Es gibt viele gute Gründe, du musst deinen finden. Hast du Kinder oder einen Partner? Leute, mit denen du zusammen alt werden möchtest? Bist du wirklich gesund? Willst du es bleiben – bis ins hohe Alter? Such deinen Grund.

Ein schlechtes Ziel: ich möchte ein bisschen abspecken.

“Ein bisschen abspecken” ist kein Ziel, das ist eine grobe Vorstellung. Finde deine Maße, dein Gewicht, dein Körperbild und häng’s dir an die Wand. Hast du Fitness-Ziele? 10 Kilometer joggen können? Das ist messbar. “Fitter werden” nicht wirklich, das ist äußerst fuzzy. Gute Ziele sind konkret.

Ein schlechter Weg: ich ess‘ einfach ein bisschen weniger, das klappt dann schon.

Auch hier wieder: das ist nicht konkret, hat keine wissenschaftliche Grundlage und ist unkontrolliert. Such dir einen Weg, der gemäß Erfahrungsberichten funktioniert und dann bleibe dabei. Niemand ist frustrierter als Menschen, die von Diät zu Diät springen, weil sie mal 4 oder 8 Wochen nix getan hat. Das kommt vor, immer wieder mal. Deshalb: such dir ein Konzept und bleib dabei. Wir haben eines, das funktioniert und problemlos gelebt werden kann, aber aussuchen und entscheiden musst du selbst.

Kurz und gut: such nach deinem Warum, Wohin und Wie. Wenn du diese 3 Punkte hinter dir hast und sie immer weißt, dann bist du auf dem bestmöglichen Weg.

Fragen? Fragen!

Viel Erfolg :)
Nico

 

 

#lowcarb #wasistlowcarb #wasistlowcarbdiät #lowcarbdiät #lowcarbernährung

Wer schreibt hier?

Wir sind Vroni & Nico und leben seit April 2014 Low Carb nach einer Art LCHF.
Auf salala.de findest Du viele leckere glutenfreie Low Carb Rezepte. Wir wollen Dir dabei helfen einen glücklichen Low Carb Lifestyle zu leben.

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