Wildkräutersalat mit Spargel und Lachs

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Wildkräutersalat mit grünem Spargel und Lachs

Wildkräutersalat mit grünem Spargel und Lachs

Du hast richtig gelesen: wir machen heute einen Wildkräutersalat! Das ist leider auch für uns eher ungewöhnlich. Nicht die Tatsache, dass es Salat gibt. Nein, ganz im Gegenteil – Salat gibt es in der einen oder anderen Variation bei uns viel häufiger als alles andere, schätze ich. Vor allem im Sommer sind wir da ganz in Experimentierlaune.

Aber Wildkräutersalat ist doch eher ein Novum bei uns, was eigentlich ziemlich schade ist. Die üblichen Salatsorten, die man so im Supermarkt kaufen kann sind ja doch immer die gleichen: Kopfsalat, Eisberg, Endiviensalat, Rucola, Feldsalat, Chinakohl, Chicorée, Lollo Rosso und Bianco. Und Tomaten und Gurken. Und dann hätten wir noch das Plastikschälchen mit dem kreativen „Pflücksalat“.

Nicht das daran irgendetwas schlechtes wäre, aber genau genommen: nach einem sehr salat-lastigen Sommer bist du durch. Weil typische Zuchtsalat letztendlich ja doch irgendwie alle gleich schmecken. Grün und nach der verwendeten Salatsoße.

Was um Gottes willen sind denn Wildkräuter??

In erster Linie natürlich mal ein Marketingbegriff. Diese „Wildkräuter“ die wir da gekauft haben, haben wir im Real in der Gemüseabteilung gefunden und die hat garantiert kein Mütterchen auf einer Lichtung im bayrischen Wald gesammelt. Insofern können wir den Begriff „wild“ schon mal entfernen.

Trotzdem: es war einfach nicht die „üblichen“ Blattkomponenten im Salat, es sind andere Pflanzen. Und das hat man auch geschmeckt – auf sehr positive Weise. Angenehm und angenehm anders.

Oma hat es noch gewusst

Wir leben in 2017, noch über ein halbes Jahr lang. Und 2017 hat kein Mensch mehr Ahnung welche Pflanzen abseits von der typischen Supermarktware man noch essen kann. Ich muss zugeben, ich habe keinen grünen Daumen – kein Stück.

Setz mich im Wald aus und ich bin nach 3 Tagen entweder vergiftet oder dem Hungertod nahe. Oder beides.

Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Ich habe mich nie sonderlich für Gartologie und Waldologie interessiert, das ist nicht mein Thema. Papa sagt, das heißt „Botanik“ und er muss es auch wissen. Trotzdem kann ich draußen in der Wildnis Bärlauch nicht von Herbstzeitlosen unterscheiden (gut, nach meinem Artikel zum Bärlauch Pesto jetzt schon, aber du weißt was ich meine…).

Wenn ich meine Oma frage (zumindest eine von beiden), dann kann die mit mir über eine Wiese laufen und Blatt für Blatt sammeln und ruck zuck einen Korb voll leckeren Wildkräutern sammeln. Oder besser hätte können, sie ist leider nicht mehr gut genug zu Fuß dafür. Ich würde nur daneben stehen und die Blätter anstarren.

„Gras, Gras, anderes Gras, Halm. Ach schau, Löwenzahn!“

Schade, wiedermal.

Was war denn nun drin?

Wildkräuter kann ja alles mögliche bedeuten – wir haben uns einfach mal überraschen lassen. Es waren tatsächlich keine Pflanzen dabei, von denen ich noch nie was gehört hatte, aber auf Anhieb hätte ich bei den wenigsten einen Geschmack prognostizieren können.

Ach, und ich habe ja vorher erwähnt, dass diese „Wildkräuter“ aus dem Real sicherlich nicht vom Herrn Real seiner Mama auf einer bayrischen Waldlichtung gepflückt worden sind? Ich habe sogar grün auf weiß auf der Packung: die sind aus Thüringen! Auch das ist wieder kein Bewertungskriterium. Und wenn, dann eher ein gutes – zumindest nicht aus ’nem marokkanischen Gewächshaus.

Rauke. Naja, Rucola kennst du! Im Deutschen heißt das Rauke und ist ein scharf-nussiger Salat, der kein Salat ist, sondern eben ein… Kräuter. Kraut? Ein… Rucola gehört zu den Kräutern (Kurve gekriegt!). Darf bei uns in kaum einem Salat fehlen und auch nicht auf der Pizza (nachdem sie aus dem Ofen raus ist).

Ampfer. Dazu fällt mir hauptsächlich Sauerampfer ein, dem bekanntesten Ampfer-Vertreter. Ampfer ist generell leicht säuerlich und sehr frisch, die Blätter haben Biss und Struktur. Der 24. Juni gilt als letzter Tag der Ampfersaison – danach haben die Blätter zuviel Oxalsäure angesammelt und sollten, wenn überhaupt, nur noch in kleinen Mengen gegessen werden.

Schafgarbe ist leicht bitter und aromatisch, erinnert ein wenig an Kamille. Die Schafgarbe ist heute hauptsächlich als Heilkraut, zum Beispiel gegen Magenbeschwerden, bekannt. Als Salatbestandteil völlig unterschätzt!

Spitzwegerich schmeckt ein wenig nach Pilzen, erdig und vollmundig – gar nicht „grün“. Sehr intensiv und hilft als Heilkraut beispielweise gegen Erkältungen, speziell Husten. Spitzwegerichsaft steht sowieso in jeder Hausapotheke, oder?

Vogelmiere, die Zutat bei der ich weiter oben im Text gelogen hab. Bisher noch nie gehört, sorry. Schmeckt aromatisch und leicht würzig und wird mit dem Geschmack von rohem Zuckermais verglichen.

Kresse ist kein Exot, aber es gibt hunderttausend Arten. In unserem Salat war Brunnenkrasse, die optisch ein wenig an kleinen Feldsalat erinnert und einen schön frischen, leicht senfscharfen Geschmack hat. Funktioniert auch super mit Radieschen (die übrigens auch im Wildkräutersalat waren)

Klee – kenne ich eigentlich nur als Glücksbringer, wenn er vier Blätter hat. In unserm Salat habe ich kein vierblättriges Kleeblatt entdeckt, aber gesucht hab ich auch nicht. Die meisten Kleesorten schmecken mild bis leicht herb-bitter, ich weiß aber ganz ehrlich nicht, welche davon in unserm Wildkräutersalat war *schwörz!*

Bronzefenchel schmeckt ähnlich wie Fenchel, aber süßlich. Grade wenn er sehr jung geerntet wird, ist er sehr zart und mild, was mir zugutekommt. Ich mag nämlich eigentlich keinen Fenchel.

…und essbare Blüten. Genauer gesagt: EINE Blüte. Mehr war nicht drin. Essbare Blüten gibt es von allen möglichen Pflanzen, die meisten schmecken leicht süßlich oder schlimmstenfalls nach nichts. Manche sind aber auch eher von der pikanten Seite, wie Begonienblüten zum Beispiel. Ich sehe Blüten alles in allem aber mehr als Dekoration denn als Lebensmittel 😉

Was sonst noch so im Salat war

Ich hab jetzt so viel über „Wildkräuter und wie wenig Ahnung wir doch haben“ schwadroniert, dass ich überhaupt nicht über das geschrieben habe, was sonst noch so drin war.

Daher einmal der Vollständigkeit halber: wir haben grünen Spargel kurz gekocht und dann mariniert und außerdem Wildlachs auf der Hautseite angebraten und beides auf den Wildkräutersalat gelegt.

War sehr, sehr lecker. *drops mic* (Radieschen waren auch drin.)

Können wir nur noch Anzeigenblätter essen?

Der Wildkräutersalat und die Erkenntnisse die sich für uns daraus ergeben haben, haben uns gezeigt, dass wir leider viel zu wenig Ahnung haben, was da draußen alles auf uns wartet. Ich habe immer noch keinen Bock auf gärtnern, aber vielleicht werde ich mich doch etwas mehr mit den Möglichkeiten beschäftigen, die unser bayerischer Wald so bietet.

Es gibt viele Nahrungsmittel abseits bunter Supermarktblätter. Auch die Bauernmärkte müssen sich dem beugen, was die Kundschaft vorgibt: was der Bürger nicht kennt, frisst er nicht.

Das mag gut sein, wenn man bedenkt, dass die meisten Leute noch viel weniger über Pflanzenkunde wissen, wie ich. Aber dennoch, und ich sage nochmal: sehr schade.

Wir werden das ändern und vielleicht pflücken wir dieses Jahr auch noch unseren eigenen Wildkräutersalat. Der „Naturpark Oberpfälzer Wald“ beginnt ganz offiziell gut einen Kilometer Luftlinie von hier!

liebe Grüße
Nico

Songlist: Creedence Clearwater Revival – Have You Ever Seen The Rain, Queen – Bohemian Rhapsody, Earth, Wind & Fire – September, Stevie Wonder – Superstition, Lynyrd Skynyrd – Sweet Home Alabama, Toto – Hold the Line, Bruce Springsteen – Born to Run, Dire Straits – Sultans of Swing, Queen – Don’t Stop Me Now, Redbone – Come And Get Your Love, Simon & Garfunkel – Mrs. Robinson, Frankie Valli & The Four Seasons – December 1963, Eagles – Hotel California, Supertramp – The Logical Song, Elton John – Rocket Man, Elton John/Kiki Dee – Don’t Go Breaking My Heart, ABBA – Dancing Queen, The Police – Roxanne, George Harrison – My Sweet Lord, Bill Withers – Ain’t No Sunshine, The Rolling Stones – Beast Of Burden, Boston – More Than A Feeling, The Buggles – Video Killed The Radio Star, America – A Horse With No Name, Elton John – Bennie And The Jets, Billy Joel – Piano Man, David Bowie – Ziggy Stardust, Norman Greenbaum – Spirit In The Sky, The Doobie Brothers – Long Train Runnin‘

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Wildkräutersalat mit grünem Spargel und Lachs

Autor Nico
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Kochzeit 10 Minuten
Gesamtzeit 25 Minuten
Portionen 2 Portionen
Nährwerte pro Portion (100g)
Kalorien 686 kcal
Kohlenhydrate 6 g (netto)
Ballaststoffe 2 g
Fett 59 g
Eiweiß 29 g

Zutaten

Salat und Lachs

  • 200 g gemischte Wildsalate
  • 300 g grüner Spargel
  • Salz *
  • 500 g Lachsfilet sehr frisch, küchenfertig
  • 8 kleine Radieschen mit zartem Grün
  • 1 El Butter *
  • Pfeffer *

Vinaigrette

Anleitung

Salat und Lachs

  1. Salat putzen, waschen, gut abtropfen lassen und in mundgerechte Stücke zupfen.
  2. Spargelenden abschneiden.
  3. Spargel in kochendem Salzwasser für ca. 2-3 Minuten kochen. Den Spargel abschrecken und abtropfen lassen. Von dem Spargelwasser 5 EL abnehmen. Diese benötigen wir für die Vinaigrette
  4. Den Lachs in 4 Längsstreifen schneiden.
  5. Jetzt noch die Radieschen waschen und putzen. Wer will, kann die Radieschen auch noch halbieren.

Vinaigrette

  1. Schalotten sehr fein würfeln.
  2. Essig mit Olivenöl, dem Spargelwasser, Pfeffer, Salz, Dill, Xylit und Schalotten gut verrühren. Falls dein Schnittlauch Blüten hat, diese bitte abzupfen und zur Seite legen. Schnittlauch in Röllchen schneiden und mit dazu geben.

Anrichten

  1. Spargel und Radieschen in einer Schüssel mit 2/3 der Vinaigrette für ca. 5 Minuten marinieren.

Lachs

  1. Öl in einer Pfanne erhitzen und den Lachs mit Pfeffer würzen. Jetzt den Lachs von allen Seiten für ca. 2-3 Minuten bei starker Hitze anbraten. Herausnehmen und mit Meersalz würzen.

Anrichten

  1. Spargel, Radieschen und Lachs auf einen Teller geben. Den Salat mit der restlichen Vinaigrette mischen und ebenfalls auf den Teller geben. Mit Blüten dekorieren und sofort servieren.
Nico
Hi, mein Name ist Nico und ich bin hier der Koch und der Schreiberling. Das trifft sich ganz gut, weil das nämlich zwei Dinge sind die gern tue und auch ganz gut kann, schreiben und kochen, auch wenn ich bei beidem selten bei der Sache bleiben kann. Vroni und ich haben vor ein paar Jahren zunächst aus gesundheitlichen Gründen beschlossen, dass wir etwas an unserer Ernährung ändern müssen und Low Carb mit ein paar ketogenen Phasen war für uns die logische Wahl. Da wir irgendwann, zunächst zu meinem Leidwesen (aber nicht lange!), auch angefangen haben Kochvideos zu produzieren, muss ich mich jetzt auch regelmäßig kämmen und rasieren, was meine Frau aber dem Anschein nach nicht stört. Wenn meine Texte dich zum schmunzeln bringen, dann hab ich alles richtig gemacht. Wenn nicht: das Rezept ist steht immer unten drunter. Da ich total schlecht im verfassen von biographischen Texten über mich bin, gehe ich jetzt lieber wieder was anderes schreiben. Wenn du Fragen hast, stell sie. Wenn nicht, denk dir welche aus. -Nico

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