Sirup ohne Zucker aus Erythrit
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Sirup ohne Zucker mit Erythrit selber machen – kristallisiert nicht!

Heute stellen wir mal wieder eine Zutat her: wir machen einen Erythrit-Sirup, der nicht kristallisiert – auch nicht im Kühlschrank. Erythrit Sirup ist super praktisch für Getränke wie Keto-Cocktails, aber auch andere Einsatzzwecke bei denen sich Pulver zum süßen einfach nicht eignet. Und: du kannst selbst bestimmen, wie dick oder dünn der Sirup werden soll, und sogar Aromen zusetzen!

Kann man aus Erythrit Sirup machen?

Ja und nein. 

Unter Sirup stellen wir uns eher etwas sehr Süßes und dickflüssiges vor, das durch Einkochen von Zucker oder stark zuckerhaltigen Lebensmitteln wie Fruchtsäften entsteht. Das wird so mit Erythrit nicht passieren, weil die Wasserlöslichkeit bzw. Bindefähigkeit einfach um ein vielfaches niedriger ist, also bei Zucker. 

Zum Vergleich: in 1 Liter Wasser lassen sich bei Raumtemperatur etwa 2 kg Zucker lösen, bei steigendem Reinheitsgrad der Sucrose und des Wassers kann die Konzentration sogar auf 5:1 steigen; das Wasser muss dazu erhitzt werden, bleibt aber beim Abkühlen stabil. 

Bei Erythrit sind es nur 370 g auf einen Liter Wasser. Das reicht nicht, um das Wasser nennenswert zu verdicken und so süß wie ein maximaler Zuckersirup wird auch bei weitem nicht. Auch hier kann in kochendem Wasser mehr gelöst werden, aber es kristallisiert beim Abkühlen wieder aus und hilft uns nicht weiter. 

Etwas annähern können wir uns aber schon. 

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Einfacher Zuckersirup, Zuckerwasser oder “simple syrup”, wie er als Cocktailzutat oft genannt wird, ist schon etwas weniger konzentriert. Je nach persönlichem Stil des Mixers liegt das Verhältnis zwischen 0,7:1 und 2:1, wobei 1:1 (100 g Zucker für 100 ml Wasser) Standard sind. 

Bei Erythrit können wir eine stabile, nicht kristallisierende Lösung von 1:2 erreichen (also 100 g Erythrit für 200 ml Wasser), wenn destilliertes Wasser verwenden und aufkochen, und ein Bindemittel zugeben. 

Das destillierte Wasser enthält wenig bis keine Mineralien und andere Fremdstoffe, die den Kristallisierungsprozess starten könnten. Damit sich ein Kristall formen kann, muss es sich nämlich irgendwo ablagern können, aber die glatte Innenseite eines Glases ist dafür nicht gut geeignet – im Wasser gelöste Salze aber schon. 

Nicht dick genug?

Vermutlich nicht, nein. Einen Teil Erythrit in zwei Teile Wasser schütten ändert wenig gar nichts an der Fließfähigkeit. 

Deswegen, und weil ein bisschen Verdickung vermutlich auch ein bisschen vom kristallisieren abhält, geben wir noch Xanthan dazu. Für unser gewünschtes Ergebnis waren 0,33 % Gewichtsanteil gut, oder einfacher: 1g Xanthan bei 200 ml Wasser + 100 g Erythrit. 

Mehr haben wir nicht probiert, aber es sollte funktionieren, solange du Klümpchenbildung vermeiden kannst. 

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Nicht süß genug?

Dann unterstützen wir die Süße noch mit etwas Stevia, das interessanterweise keine Kristallbildung auslöst (aber ich weiß nicht warum). Mit unserer Mischung kommen wir ungefähr in die Gegend eines einfachen 1:1 Zuckersirups, was die Süße angeht. 

Wie viel Stevia du maximal verwenden könntest, bevor die Mischung instabil oder einfach ungenießbar wird, wissen wir nicht. Die übliche Messerspitze zum nachsüßen war aber absolut problemlos. 

Natürlich kannst du mit dieser Vorgehensweise auch einen Xylit-Erythrit-Sirup oder einen reinen Xylit-Sirup machen, der dann eine intensivere Süße hat. Für uns hätte das aber dann den Zweck dieses Rezeptes vernichtet, nämlich auf Xylit zu verzichten. 

Wie lange ist Erythrit Sirup haltbar?

Wir haben keinen direkten Erfahrungswert, weil unsere Versuche nach etwa einer Woche aufgebraucht waren. Nach einer Woche im Kühlschrank war der Sirup aber komplett unverändert. 

Aber wir können ableiten, auf welche Weise der Sirup schlecht werden könnte, wenn er die Gelegenheit bekommt. 

Bakterienbefall können wir weitgehend ausschließen. Wenn Lebensmittel bakteriell zersetzt werden, kommen diese Keime an und ernähren sich von den Eiweißen, Fetten und Zuckern, die ein Lebensmittel so zu bieten hat.
Erythrit gilt aber genau wie Xylit als wachstumshemmend für Bakterien, weil sie es nicht essen können. Auch Stevia und das destillierte Wasser sind keine dankbare Nahrungsquelle.
Zu Xanthan konnte ich ehrlich gesagt nichts hilfreiches finden, aber Xanthan entsteht ja durch bakterielle Fermentation.

Hefen und anderen Pilze fühlen sich dort auch nicht wohl, ebenfalls weil die Nahrung fehlt: es ist kein Zucker vorhanden, Erythrit lässt sich nicht fermentieren. Xanthan, Stevia und reines Wasser neigen auch nicht zum schimmeln oder gären, da wird also nichts passieren. 

Oxidation ist eine Reaktion mit Sauerstoff, was denkbar wäre. Es kommt ja auch mit Sauerstoff in Berührung, aber auch hier passiert mit Wasser, Stevia und Xanthan schon mal gar nichts. Und Erythrit tut sogar das Gegenteil: es wirkt als Antioxidans und nimmt freie Radikale an und neutralisiert sie: Erythritol is a sweet antioxidant

Letztendlich kann der Sirup wohl nur durch mechanische Verunreinigung verderben: wenn etwas reinfällt, was den Geschmack des Sirups verdirbt und/oder dann selbst schlecht wird und Pilze oder Bakterien nährt.

Lösung: ein sauberes Glas mit Deckel verwenden. 

Das ist zugegeben ziemlich spekulativ und vielleicht hab ich auch irgendetwas übersehen oder vergessen. Ich glaube aber, dass nicht viel Potenzial fürs kaputtgehen da ist und Sirup sicherlich über viele Wochen schadlos gelagert werden kann. 

Wie kann man Erythrit Sirup verwenden?

Im Prinzip kannst du den Erythrit Sirup überall verwenden, wo du flüssige Süße brauchst oder wo die zusätzliche Flüssigkeit nicht stört. 

Wenn du beispielsweise ein Kuchenrezept hast, das nach 150 g Erythrit verlangt, dann wäre das flüssige Äquivalent 450 ml flüssiger Sirup. Einen halben Liter zusätzliche Flüssigkeit in den Kuchen zu kippen und dann zu backen, ist aber überhaupt keine gute Idee und ich würd das lassen. 

Im Kontrast dazu ist es aber kein Problem, wenn du dir zum Beispiel eine Tasse heißen Kakao machst und den Sirup darin verwendest, oder dir einen Low Carb Cocktail ála schwarzgrünes Zebra * genehmigst. 

Ich habe den Sirup auch schon erfolgreich für einen Schokoaufstrich verwendet, der dann trotzdem viel zu viel Kakao streichfähig geblieben ist, süß genug war und trotzdem nicht geknirscht hat, wie es Erythrit normalerweise ja gern tut. 

Oder was hältst du von einem zuckerfreiem, aber pappig süßem Marshmallow Fluff oder einem Snickers Eis?

Was uns viel mehr interessiert ist aber… 

Können wir damit einen Keto-Honig machen?

Ui ui, theoretisch ja. Mit mehr Xanthan oder vielleicht auch Konjakmehl könnten wir eine honigartige Konsistenz hinbekommen. Wenn wir dazu noch ein Lebensmittelaroma finden, das den Geschmack von Honig einigermaßen zufriedenstellend simulieren kann… wer weiß?

Lebensmittelaromen gibt es ja doch echt viele und neben synthetisch schmeckendem Schrott auch viele echt gute. Mal sehen, was wir finden und hinbekommen :)

Wir werden berichten.

liebe Grüße
Nico

Sirup ohne Zucker aus Erythrit

Sirup aus Erythrit

Vroni
Leicht dickflüssiger Keto Sirup aus Erythrit, der nicht kristallisiert, wenn er abkühlt. Keine Kalorien oder sonstige Nährwerte!
4.75 von 4 Bewertungen
Vorbereitung 15 Min.
Gesamt 15 Min.
KategorieBasics
Portionen 1 Portion
Kalorien 0.01 kcal

(Nährwerte pro Portion)

Kohlenhydrate 0 g
Protein 0 g
Fett 0 g

Zutaten
  

Optional

Anleitungen
 

  • Alle Zutaten in einen kalten Topf geben. Größe so wählen, dass der Topf höchstens halb voll ist.
  • Xanthan so gut es geht mit einem Schneebesen einrühren, damit sich möglichst wenige Klümpchen bilden.
  • Mischung unter ständigem Rühren aufkochen und 45-60 Sekunden kochen lassen, dann von der Hitze nehmen.
  • In ein sauberes Glas mit Deckel füllen und bei Raumtemperatur abkühlen lassen, bevor du es in den Kühlschrank stellst. Zu schnelles Abkühlen erhöht die Gefahr, dass sich Kristalle bilden!
  • Wenn du zu viele Xanthan-Klümpchen hast, kannst du den Sirup entweder aufrühren/schütteln oder durch ein feines Sieb gießen.
  • Nach nach ein paar Minuten im Glas kannst du außerdem ein Lebensmittelaroma zugeben, wenn du willst.

Video

Notizen

Hinweis: es könnte auch mit normalem Wasser funktionieren, aber da ist die Gefahr größer dass der Sirup beim Abühlen kristallisiert.

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Sirup aus Erythrit
Sirup aus Erythrit
Sirup aus Erythrit

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5 Kommentare

  1. Moin,
    ich habe früher als Barista gearbeitet und dementsprechend viele Zuckerhaltige Sirups zu Hause um diverse fancy Kaffeegetränke zu machen.
    Da ich im langsamen Umstellen zu komplett ketogener Ernährung bin interessiert mich jetzt wie ich euren Sirup optimal aromatisieren kann. In den Zutaten stehen flave drops für bspw ne Ahornsirup Variante. Wären die eine Verunreinigung die ihn schneller verderben lassen könnten? Am liebsten würde ich mit natürlichen Aromen arbeiten, bspw Pfefferminze aus meinem kleinen Garten.
    Ich vermute dass wären spätestens Verunreinigungen die am „MHD“ was ändern würden…
    zZ experimentiere ich mit schäumbaren Milchersätzen, habe aber noch nichts passendes gefunden, Nussdrinks sind sehr widerspenstig. Aber die „Barista Milch“ die man häufig sieht ist dann doch wieder recht Zuckerhaltig…
    Auf alle Fälle danke für diesen Anreiz, ich werde bei Gelegenheit mal ausprobieren ob ich damit nen ketogenen AfterEightMokka hinbekomme, ich bin gespannt :)

    1. Nein dauerhaft trinken soll man das nicht, weil es eben ohne Elektrolyte, Spurenelemente und Mineralstoffe ist. Wenn du es in einer größeren Menge trinkst, dann würdest du dadurch deine eigenen Elektrolyte und Mineralstoffe ausschwemmen und das ist auf Dauer nicht gesund. Bei einem Glas destilliertem Wasser würde aber nicht viel passieren.

      Zusätzlich trinken wir hier ja kein reines destilliertes Wasser, sondern wir nehmen es zur Zubereitung von einem Sirup ;).

      LG Vroni

  2. 😍😍 vielen Dank für das Rezept!! Ich werd morgen direkt destilliertes Wasser besorgen und dann meinen eigenen Karamellsirup herstellen!! Und Toffee, …und Cappucchino, … und aaaah, es gibt sooo viele Möglichkeiten :)

    Dankeschöööön!!!